136 	Ueber das physiologische Privat-Laboratorium

mgen Jene verantworten, deren u n q u a 11 fi ci r bares Verhalten
daran Schuld ist.
	Dort oben, gerade gegenber der grossen Proj ectiouswand, be-
findet sich zwischen den beiden Treppenhusern, die aus der Garde-
robe zum Amphitheater herauffhren, ein einfensteriger Raum, durch
Schiebethren verschliessbar. Er enthlt die optischen Apparate,
'welche auf die vor dem Raum befindliche, mit einem Gelnder einge-
friedete Platform. vorgeschoben, ihre Bilder, ber die Kpfe der Zu-
schauer hinweg, auf die Kreisflche oder den Vorhang der 
Projections-'wand werfen.
	Diese Apparate bestehen aus zwei Camera's mit mchtigen Achro-
maten, und DRUMM0ND'schen Kalklichtbremiern, welche letzteren als
eine sehr reine, sttige und krftige Lichtquelle dienen. Die Leucht.-
gas- und Sauerstoffgasometer zur Erzeugung der Knallgasflamme,
welche die Kalkeylinder in Weissgluth versetzt, befinden sich 111 den
Kellerrumen des Vordergebudes und senden ihre Leitungen bis in
das optische Zimmerehen hinauf. Auf ihrem Wege geben diese Lei-
ungen Zweige ab, welche, durch Hhne absperrbar, sowohl im an-
stossenden Vorbereitungs- und Arbeitsraum, als hier in der Arena des
Amphitheaters unter kaum sichtbaren Klappen im Fussboden mnden,
um die Bentzung des DRUMM0ND'sehen Lichtes eventuell auch an
diesen Orten zu ermglichen.
	Die beiden Camera's geben grosse und usserst scharfe Bilder
von durchsichtigen oder durchscheinenden Objecten, Photographien
u. dgl., sie geben aber auch vorzglich scharfe Schattenrisse undurch-
sichtiger Gebilde.
	Die Bilder beider Camera's lassen sieh nach Art der Dissolving-
views zur gegenseitigen Deckung bringen, wodurch besondere optische
Effeete zu erzielen sind.
	Nebst den beiden grossen Achromaten ist noch eine schrfere,
sehr lichtstarke achromatische Linse fr kleinere Objecte vorhanden 
und
ein Reversionsprisma, welches ohne bermssigen Verlust an Hellig-
keit die auf den Kopf gestellten Camerabilder umkehrt und in dieselbe
aufrechte Stellung bringt, in welcher sieh das Object selbst 
befindet.
	Ich bin mit der mannigfaltigen Verwerthung dieser Demonstra-
tionshilfsmittel fr physiologische Zwecke beschftigt, und darf 
hoffen
doch noch einen Theil meiner ursprnglichen Ideen in dieser Richtung
zu realisiren, worber ich mich jedoch nicht weiter verbreiten will;
dagegen werde ich mir erlauben Ihnen am Schlusse meiner Rede
einige Proben von der verschiedenen Verwerthbarkeit und optischen
Leistungsfhigkeit meiner wenigen Apparate zu geben.
