an der Universitt Leipzig.	141

als dass ich die Beschftigung mit derselben trotzdem sie mir durch
ein solches Unmaass menschlich begreiflichen Linmuths ber geschei-
terte Ziele,, unerfllte Hoffnungen sachlicher und persnlicher Art
vllig verleidet worden war, schon jetzt g a n z aufgeben und fallen
lassen wollte und knnte, und berdies muss ich lebhaft wnschen,
dass Das, was ich dabei durch die Errichtung dieses SpectatGriums
zum bleibenden Gewinn fr unsere' Universitt geleistet zu haben
glaube, dem ffentlichen Unterricht womglich sofort zu Gute komme.
	Deshalb habe ich nicht lnger zgern wollen - da doch Alles
auch seine' richtige ussere Form und Art haben will, -.zur heutigen
Erffnungsversammlung einzuladen, um 'diesen Saal., mit seinen
eigenthumlichen und zum Theil hinreichend beendeten Einrichtungen
zu inauguriren und speciell dem h. Rectorate unserer Universitt
ffentlich und feierlich zur Verfgung zu stellen.


Nachschrift.
	Nach Schluss vorstehender Rede wurde das Amphitheater voll-.
stndig verfinstert und ich demonstrirte vermittelst der erwhnten
Kalklicht-Camera's vom optischen Zimmerchen aus folgende Bilder,
Prparate und lebendige Vorgnge.
	1. wurde eine jener wundervollen embryologischen Photo-
graphien von Prof. His, welche das Vollendetste sind, was in dieser
Richtung bisher geleistet ist, auf den grossen Leinwandvorhang
projicirt; es war dies ein beraus gelungenes Originalnegativ auf
Glas, dessen Benutzung ich der Gute meines genannten Herrn Collegen
verdankte. Es stellte den mikroskopisch vergrsserten Querschnitt
eines Hhnerembryo aus frher Zeit dar, an welchem nicht nur die
einzelnen Organe, wie das Rckenmark mit seinem spaltfrmigen
Centraikanal, die Chrda dorsalis, die Urwirbelmassen, die Seiten-
platten, die Lumina und Wandungen der beiden Ausfhrungsgnge
der W0LFF'schen. Krper und der beiden Aorten, das Darmdrsenblatt
und die Anlage der Leibeshhle mit der Uebersichtlichkeit 'einer
schematischen Zeichnung erschienen, sondern an welchem auch die
histologischen Elemente mit berraschender Deutlichkeit und Schrfe
hervortraten; namentlich sei erwhnt, dass. an einer de Aorten eine
beraus klar gezeichnete Gruppe von embryonalen Blutkrperchen
hngen geblieben war, die zum Theil frei in das Lumen derselben
hineinragte.
	Um, eine Idee von der Ausdehnung und Grsse des projicirten
Bildes zu geben, brauche ich nur anzufhren, dass es den mehr als
