an der Univer5itiit Leipzig.	133

mir die Rücksicht auf das Nachschreiben in die zweite Linie zu ge-
hören; übrigens lassen sieh Notizen sehr gut mit Bleistift in ein frei--
gehaltenes, steifgebundenes Büchlein machen und für Einzelne welche
sich ohne Nachschreiben nicht behelfen können, »denn was man
schwarz auf Weiss besitzt, kann man getrost nach Hause tragen«! -
wäre durch frei zwischen die Sitzreiheii einstellbare Pulte, wie Sie
dort eines sehen, leicht Rath zu schaffen.
	Um aber bei der aus guten Gründen gewählten, absichtlich mini-
malen Distanz der Sitzreihen von einander die freie Communication in
ermöglichen, wurden die einzelnen Plätze wie Sperrsitze, zum Auf-
klappen eingerichtet, und habe ich, um wenigstens einen Ersatz für
die nothwendige und absichtliche Raumbeschränkung in dieser Rich-
tung durch besondere Bequemlichkeit der Sitze und der Rückenlehnen
zu bieten, die selben nach einer auf meinen Wunsch von Herrn G. MÜLLER
eigens zu diesem Zweck entworfenen mittleren Schattenrisscurve you
bequem sitzenden Menschen ausschweifen und gegen einander neigen
lassen.
	Ich zweifle nicht, m. H., dass Ihnen ein bedeutender Unterschied
zwischen unseren Sitzen und gewöhnlichen Auditoriums-Bänken an-
genehm, auffallen wird, wenn Sie sich auf Ihren Plätzen gehörig zurück-
setzen und zurücklehnen -. So frei und möglichst gleich gut nun auch
alle Anwesenden diesen mittleren Raum - die Arena des Experimenta-
tors'- und Alles, was daselbst vorgeht, übersehen können, Vieles von
Dem, was hoffentlich später einmal in diesem Saale vorgezeigt werden
dürfte, wird sich den Blicken auf der hinter dem Rücken des Vortra-
genden befindlichen grossen freien Wand darbieten. Dieser Wand-
fläche gegenüber befinden sich aber die Anwesenden nicht alle in
einer verhältuissmässig so gleich guten Lage, um Alles zu sehen, was
den Blicken geboten wird, wie gegenüber der centralen Arena.
	Zwar die mustergiltige Anordnung der Sitzreihen in verticaler
Richtung ermöglicht Allen das ganze Mittelfeld der Wand von oben
bis unten zu übersehen - allein die Sehlinien Derjenigen, welche
auf der rechten oder linken Seite vom Mittelfelde der Wand sitzen,
müssen nothwendig einen um so spitzeren Winkel mit demselben
machen, je näher ihre Plätze der Wand selbst liegen und je weiter sie
zugleich vom Wandmittelpunkt in seitlicher Richtung entfernt sind.
	Dies hat zur Folge, dass sich die Bilder, welche aufjenem Mittel-
felde der Wand zu sehen sind, in wachsender Verkürzung präsentiren,
welche für die äussersten seitlichen Eckplätze zunächst der beiden,
längs der Wand herabführenden Stiegen einen das Erkennen der
Bilder wesentlich beeinträchtigenden Grad erreicht.
