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Ueber das physiologische Privat-Laboratorium
unmittelbaren Anschauung der Zuhörer im Detail dargeboten werden müssen, wenn sie, zu innigem Verständniss gebracht, jene aufklärenden und veredelnden Wirkungen in den Geistern hervorbringen und hinterlassen sollen, welche von der eingehenden Beschäftigung mit der modernen Physiologie sicher zu erwarten sind.«
»Dazu kommt noch, dass, indem die Physiologie alle Lebensäusserungen als Verrichtungen bestimmter Organe festzustellen und aus den elementaren Bedingungen d. h. aus dem anatomischen Bau und der physikalisch-chemischen Constitution derselben mit Nothwendigkeit herzuleiten — oder was dasselbe sagen will — nach mechanischen Principien zu erklären hat, der Vortrag, welcher bei dem gemischten Zuhörerkreise keinerlei specielle Fachkenntnisse voraussetzen darf, mit der Darstellung der descriptiven und mikroskopischen Anatomie und der physikalisch-chemischen Eigenschaften der functionirenden Theile beginnen muss.«
»Auch bei diesen Darstellungen ist es wieder nur die unmittelbare Anschauung, welche ein eingehendes und richtiges Ver-
ständniss zu vermitteln im Stande ist....... . — und so sehen Sie,
m. h. A. ! es häufen und steigern sich die mir unerlässlich erscheinenden Forderungen an die demonstrativen und experimentellen Hilfsmittel des Vortrags und demgemäss die inneren und äusseren Schwierigkeiten des ganzen Unternehmens zu einer fast abschreckenden Höhe.«
»Endlich darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass in dem eventuellen Erfolg des Unternehmens selbst eine Gefahr für dessen glückliche Durchführung liegt. Ich meine : mit der Grösse des Zuhörerkreises und mit seinem Wachsthum, welches nicht ausbleiben kann, wenn Form und Inhalt der Vorträge ein wirkliches Bedürfniss zu befriedigen geeignet befunden werden sollten, muss sich natürlich auch die Bequemlichkeit — theilweise sogar die Möglichkeit, all’ das Erforderliche ohne ganz besondere Veranstaltungen in entsprechender nnd ausreichender Weise zu demonstriren, vermindern, und dies könnte leicht in einem so bedenklichen Grade geschehen, dass die unerlässliche unmittelbare Anschauung, auf welcher der didaktische Erfolg zum grössten Theil beruht, illusorisch würde.«
»Es muss also von vornherein die skrupulöseste Vorsorge getroffen werden, dass alle die verschiedenartigen Demonstrationen einen ganz besonderen Grad von Ersichtlichkeit und Vollendung erhalten, und dass das Vorlesungslokal ausreichende Dimensionen habe, und mit eigen-thümlichen Einrichtungen ad hoc versehen werde, welche das Lokal aus einem blossen Auditorium zugleich recht eigentlich zu einem — sit venia verbo — Spectatorium zu machen geeignet sind.«