﻿an der Universität Leipzig.	135
dem Stabe — und Sie mögen selbst erkennen, wie praktisch diese Einrichtung ist1).
Zum Auffangen der optisch zu projicirenden Bilder, Schattenrisse und anderen Lichtphänomene, welche ich zu den demonstrativen Zwecken des physiologischen Anschauungsunterrichtes in einer neuen und ganz hesondem Weise auszuhilden und zu verwerthen gedachte, ist nicht nur die grosse gegypste und sorgfältig mattgeschliffene weisse Kreisfläche in der Mitte der Wand seihst bestimmt, sondern auch noch ein kolossaler, mit einem eigenthümlichen weissen Anstrich versehener Leinwandvorhang angebracht, welcher knapp vor der Wand, bis zu den zwischen den schwarzen Tafeln vorspringenden Waschbecken herahgelassen werden kann ; er hat eine Area von mehr als sechs Quadratmetern.	.
Ich komme hier auf einen Gegenstand von allgemeinem Interesse für Demonstrationszwecke, den ich an sich mit Vorliebe und vielleicht zu Nutz und Frommen der Sache behandeln würde, den ich aber mit Bezug auf die bis jetzt zu Stande gebrachten Einrichtungen — verglichen mit den ursprünglich von mir beabsichtigten, nicht eingehender besprechen könnte, ohne sogleich in jene tiefe Verstimmung zurückzufallen, welche mir im vorigen Sommer meine ohnehin etwas angegriffene Gesundheit bedenklich erschüttert und alle Kraft und Schaffensfreude gelähmt hat.
Ich beschränke mich daher auf die einfache Vorführung Dessen, was ich mit un Verhältnis sm äs sig grossen Opfern erreicht habe; — dass auch hiervon noch ein bereits wohlerworbener Theil fehlt,
1 Nachträglich will ich hier mittheilen, welche Vorkehrungen ich ersonnen habe, um die zahlreichen Bilder, welche in jedem Institut zu einer kaum zu bewältigenden Last anwachsen, bequem aufzubewahren. Die Bilder werden nicht gerollt, sondern entweder frei an ihren Stäben herabhängend in hohe Schränke geschoben, deren Thiiren an der schmalen Seite sich befinden und deren je nach Format der Bilder auseinanderstehende horizontale Scheidewand und Decke an ihren unteren Flächen dichtgedrängte umgekehrt T förmige Leistenreihen (_L_L1X) tragen, zwischen welchen die von der Seite eingeschobenen Stäbe und Papierdicken gerade Platz haben ; o d er die Bilderstäbe sind zum Abnehmen eingerichtet (aus zwei zusammenklappbaren Leisten) und die Bilder kommen ohne alle Stäbe in ein kolossales Portefeuille mit Bretterdeckeln, welches auf die Kante gestellt, in einer Vertiefung in der Wand eingelassen ist und daher gar keinen Baum weg-nimmt. — Ich habe auf diese Weise Hunderte von Tafeln, nach Format und Grösse zusammengeordnet und fortlaufend nummerirt in einem sehr kleinen Baume untergebracht. Ein Katalog, der die Bilder sachlich geordnet aufführt und bei jedem Bilde die fortlaufende Nummer angibt, erlaubt jeden Augenblick das Gesuchte sicher zu finden.