﻿138	Ueber das physiologische Privat-Laboratorium
von den schwarzen Schreibtafeln, ausschliesslich in die Gasleitung für die 96 Oberlichtflammen eingesetzten Hahnes bewerkstelligt werden.
Zur vollständigen Verdunkelung des Raumes bei Tag oder Nacht dient aber eine schwarze Filztuchgardine, welche unmittelbar ü b er den matten Glasscheiben des Oberlichts, zwischen diesën und den Argand-Gasbrennern läuft und, von ihrer Welle abgewickelt, das ganze Plafondfenster lichtdicht deckt.
Dieses Abwickeln der Verdunkelungs-Gardine von ihrer Welle und das Wiederaufwickeln derselben geschieht vorläufig durch Menschenhand, doch soll dies, da ich, wie ich gleich angeben werde, über eine hinreichende mechanische Kraftquelle verfüge, in Zukunft durch letztere geleistët werden. Und zwar sind die nöthigen Einrichtungen unter der persönlichen Leitung unseres überaus tüchtigen Mechanikers Herrn E. Hoffmann im Werke, um hier vom Saale aus, durch einen einfachen Zug an einer Handhabe die gewünschte Bewegung in Gang zu bringen. Ich kann hier die beiläufige Bemerkung nicht unterdrücken, dass ich, wie auf so manches Andere, um von Schlimmerem nicht zu reden, auch auf die Beendigung dieser längst völlig ins Reine gebrachten Einrichtungen seit mehr als 'einem vollen Jahre vergeblich warte. Da soll Einem die Kraft und die Schaffensfreude nicht vergehen—namentlich wenn man sonst schon leidend und reizbar ist.—
In einem Laboratorium, in welchem alle Arten von wissenschaftlichen Arbeiten im Sinne der heutigen Experimental-Physiologie sollen vorgenommen werden können, ist eine jeden Augenblick zur Verfügung stehende mechanische Kraftquelle —wenn auch nicht unentbehrlich so doch ausserordentlich bequem und vortheilhaft.
Ich habe es mir daher nicht versagt eine solche für mein Laboratorium zu beschaffen, und da ich dieselbe nun einmal hatte, so habe ich mir ihre Wirkungen durch Transmissionen nicht nur in den eigentlichen Arbeitsräumen, sondern auch hier in diesem Amphitheater zu blossen Demonstrationszwecken dienstbar zu machen beschlossen.
Ich habe schon angegeben, dass sie die Verdunkelungs-Gardine in Bewegung zu setzen haben wird — ich füge hinzu, dass ich eine Transmission einrichten liess, vermittelst welcher hier im Saale selbst mechanische Triebkraft jeden Augenblick zur Verfügung steht, wie ich Ihnen sogleich zeigen werde.
Doch zuvor muss ich von dem Motor selbst sprechen. Ich habe hierzu versuchsweise eine Nagel & Kaemp’sche Partial-Turbine mit Selbstregulirung gewählt, welche durch eine Wassersäule von 10 Meter Höhe getrieben wird. Zu diesem Ende wurde die Turbine in einen der Kellerräume des Vordergebäudes gesetzt, während ein durch die