﻿140	Ueber das physiologische Privat-Laboratorium
viel Aufmerksamkeit erfordert und Weitläufigkeiten verursacht, die wohl hätten vermieden werden können, ohne ihrer Leistungsfähigkeit wesentlich Abbruch zu thun.
Bei den wenigen einzelnen Vorträgen, welche ich zu Ende des vorigen Winters, zum Theil in der Absicht das Auditorium einer Sitz-, Hör- und Sehprobe zu unterwerfen, gehalten habe, war beispielsweise nach dem 1 y2 ständigen Aufenthalt von mehr äls 400 Menschen die Temperatur, selbst in den höchsten Räumen des Amphitheaters allerdings noch nicht um 3° R. gestiegen.
Nachdem ich nur noch hervorgehoben haben möchte, dass die Akustik des Raumes sowohl in Bezug auf die Leichtigkeit des Sprechens als des Hörens gar nichts zu wünschen übrig lässt —■ eile ich zum Schluss meiner Rede.
Hochverehrte Anwesende!
Ich habe mich aus naheliegenden Gründen gedrungen gefühlt meine Ideén und Pläne für die Einbürgerung eines wirklich allgemein fasslichen und gründlichen physiologischen Anschauungsunterrichts an der Universität, welche ich vor nunmehr drei Jahren bekannt gab und mit rücksichtslosem Eifer zu realisiren begann, nochmals zu besprechen , nachdem ich theils durch äussere Umstände der widrigsten Art, theils durch den-andauernd leidenden, und infolge einzelner jener äusseren Umstände so sehr verschlimmerten Zustand meines Befindens viele Monate hindurch an jeder geistigen Thätigkeit überhaupt und speciell an der Verfolgung und Ausführung jener Ideen und Pläne gehindert war.
Auch jetzt noch ist mir die Kraft und die Freude an dieser letzteren Arbeit nicht in vollem Maasse wiedergekehrt, und überdies mag ich die Befriedigung nicht länger missen, die die ernste, stille, wissenschaftliche Forsche rarbeit gewährt, welcher ich während der letzten drei Jahre — allerdings mit Absicht — allzuviel Zeit zu Gunsten jener mehr äusserlichen Thätigkeit entzogen habe.
- Weil ich nun aber die Zeit und die allmählich wiederkehrende Kraft gar sehr zu Rathe halten muss, so werden die unvollendet gebliebenen und nach meinem Sinn und Urtheil noch ganz unzureichenden Vorbereitungen für den geplanten physiologischen Anschauungsunterricht — wennülberhaupt — nur sehr allmählich zu einem solchen vorläufigen Abschluss gelangen können, dass er mich in die Lage und Stimmung zu versetzen vermöchte mit dem Unterrichte selbst zu beginnen.
Ich habe jedoch viel zu viel für diese Sache gethan und erreicht,