﻿14 2	Ueber das physiologische Privat-Laboratorium
sechs Meter breiten Leinwandvorhang in querer Richtung vollständig deckte.
2.	wurden zwei grosse, dünn geschliffene Knochendurchschnitte, welche ich der Freundlichkeit meines geehrten Collegen Prof. Beaune verdankte, in scharfem Schattenriss gezeigt. um die in neuerer Zeit von H. Meyer u. A. einer besondern Aufmerksamkeit gewürdigte Architektonik der spongiösen Substanz zu illustriren.
Der eine Durchschnitt umfasste den Kopf, Hals, Trochanter und das obere Drittel eines menschlichen Femurs, der andere das ganze obere Gelenksende der Tibia. Die Schattenrisse deckten in senkrechter Richtung über 4/5—3/4 des Vorhangs.
Nachdem der leinwandne Projectionsvorhang wieder ganz in die Höhe gezogen worden war, demonstrate ich auf der freigewordenen gegypsten Kreisfläche der Wand :
3.	eine genau nach dem Original transparent colorirte Photographie des Bildes vom Hundeknie mit den primitiven Lymphwegen der sehnigen Gebilde aus der bekannten Abhandlung von Ludwig und Schweigger-Seidel.
4.	wurde jene umgrenzte Stelle dieses Bildes, welche die blau injicirten netzförmigen Lymphbahnen und die roth gefüllten Blutgefässverästelungen enthält, mit der stärkeren Linse meines Apparates in bedeutenderer Vergrösserung projicirt, so dass die feinsten Ramifica-tionen mehr als fingerdick erschienen und ausserordentlich scharf und deutlich hervortraten.
5.	wurde eine zweite genau nach dem Originalbilde von Professor Reclam transparent colorirte Photographie des Durchschnittes der menschlichen Haut projicirt, welche mit den roth injicirten Blutgefässen , den Haarbälgen sammt Talgdrüsen, den Unterhautfettzelleninseln, den Schweissdrüsen, dem Papillarkörper und der Malpighi’-schen und Oberhautschichte eine recht hübsche Illustration der Hautstructur darstellt, — nur schade, dass die Schweissdrüse und ihr in Wirklichkeit korkzieherförmig gedrehter Ausführungsgang auf dem Original nicht glücklich wiedergegeben sind !
6.	zeigte ich mein neues künstliches Kreislaufschema, bei welchem ein ausgeschnittenes, fortschlagendes Froschherz als natürlicher Motor dient1). Der kleine Apparat, sammt dem pul-
1 Ein ähnliches, freilich viel gröberes Schema mit einem todten Säugethierherz, an welchem mit der Hand gepumpt wurde , pflegte ich schon vor Jahren zu demonstriren. Vgl. meinen Vortrag »Ueber das Herz etc.« Leipzig, J. C. Hin-richs’sche Buchhandlung, 1871. S. 16 u. f.