an der TJniversitht Leipzig.	123

verzgernden Hemmungen und Hindernisse eingehen, welche mir
theils aus hchst unliebsamen, schon oben berhrten, usseren
Umstnden, theils aus ganz individuellen, durch einige jener Um-
stnde bis zur Unertrglichkeit verschlimmerten Gemliths- und Ge-
sundheits -Verhltnissen erwuchsen. Es mag die beilufige Andeu-
tung gengen, dass mir hierdurch auf lange Zeit alle Arbeitskraft
geraubt, ja mein ganzes Unternehmen, bis zum Entachlusse es vllig
aufzugeben, verleidet worden war, und ich mich erst mit der allmh-
lichen Wiederherstellung meines gestrten gemtithlichen Gleichge-
wichtes, bei gleichzeitig beginnender und langsam fortschreitender
krperlicher Erholung, ohne welche es keine Schaffensfreude, kein
Gelingen gibt, von jenem ussersten Entschlusse abbrachte, und meinen
wissenschaftlichen Arbeiten, sowie meinen alten Ideen und Plnen fr
den physiologischen Anschauungsunterricht an der Universitt wieder
zuzuwenden begann!
	Dagegen will ich eingehend berichten, w ei eh e Ideen und Plne
dies waren und was ich davon, zum bleibenden Gewinn fur unsere
Universitt, bereits realisirt habe, indem ich einen fr demonstrative
Zwecke specicli eingerichteten Hrsaal erbaute und herstellte, welcher
mit den zu wissenschaftlichen Untersuchungen bestimmten Arbeits-
rumen meines physiologischen Privat-Laboratoriums zusammenhngt.
	Gestatten Sie, dass ich Ihnen zunchst jene Stelle meiner Antritts-
vorlesung in Erinnerung bringe, wo ich die Schwierigkeiten der
Einbrgerung des physiologischen Anschauungsunterrichts an der
Universitt hervorhob, welche in der Natur und dein Umfang des
Gegenstandes selbst, in der zur Erreichung des angestrebten Zweckes
geforderten Art seiner Behandlung, und endlich in der Auswahl
-und Disposition der zu behandelnden Materien liegen.
Es heisst a. a. 0. S. 20 u. f. (oben S. 116):
 Soll sich nmlich die Physiologie als ein werthvolles Element
des hheren Bildungsganges, wie ihn die Universitt zu bieten und zu
vermitteln hat, daselbst bewhren und einbrgern, dann gengt es,
wie ich meine, keine s wegs in dogmatischer Weise, ex cathedra,
eine erklrende Uebersicht der Lebenserseheinungen zu geben und die
fertigen Resultate der physiologischen Forschung mit mehr oder weni-
ger rhetorischem Geschick und oratorischem Glanz zu besprechen.
	Es liegt vielmehr in der Eigenthmlichkeit des Gegenstandes,
dass die so mapnigfaltigen und dem gewhnlichen Sinne so unzugng-
lichen und fremdartigen Vorgnge, um deren Erkenntniss und Erkl-
rung sich's handelt, sowie die Methoden und Hilfsmittel, welche die
physiologische Forschung zur Erreichung ihrer Ziele anwendet, der
