an der Universitt Leipzig.	125

	Zu diesen Einrichtungen rechne ich vor Allem die Form und An-
ordnung der Sitzpltze, dann die centrale Stellung und. intensive Be-
leuchtung des Raumes, wo sich der Vortragende befindet und wo die
Experimente vorgenommen werden, endlich die bequeme Disposition
aller jener Hilfsmittel, welche stets zur Hand sein mssen', weil sie
einzeln oder in mancherli Combination bei fast allen Demonstra-
tionen in Anwendung kommen, wie z. B. elektrische Leitungen fr den
constanten Strom, mechanische Transmissionen, Gas- und Wasserlei-
tung, Wandflachen oder Schirme zum Aufhngen gemalter, oder zum
Auffangen optisch projicirter Bilder, Beleuchtungs- und Verdunke-
lungsvorrichtungen u. s. w., u. s. W. 		-
	Erfllt und begeistert von diesen meinen damaligen Ideen nahm
ich denn vor drei Jahren mit wahrer Schaffensfreudigkeit die Realisi-
rung derselben in Angriff. Ich habe mir die Sache wahrlich nicht
leicht gemacht, sondern mannigfachen, ernsten Ueberlegungen und
Vorstudien mich hingegeben, um den richtigen und krzesten Weg
zum Ziele zu finden und einzuschlagen.
	Allein anstatt z u er t und vor Allem jene physiologischen
Thatsachen und Erscheinungen mglichst vollstndig und im Detail
zusammenzustellen, welche fr die Zwecke des angestrebten physio-
logischen Anschauungsunterrichts zu demonstrirCn wren, und. zu-
gleich die mglichst vollendeten Methoden und Hilfsmittel, ver-
mittelst welcher sie einem grossen Zuhrerkreise schlagend und
elegant dem onstrirt werden knnten, zu ersinnen,, auszubilden und in
provisorischen Rumen praktisch zu erproben; und dann erst an
die Errichtung eines vllig zweckentsprechenden Auditoriums zu
gehen; - begngte ich mich, im Allgemeinen zu berlegen, welche
verschiedenen Arten von alten und neuen Experimenten und von b e -.
sonder en Demonstrationshilfsmitteln der physiologische 
Anschau-ungsunterricht erfordern drfte, und ging sogleich und z u erst an.
die meine ganze Aufmerksamkeit und Thtigkeit absorbirende Aus-
arbeitung und Ausfhrung eines Planes fr mein physiologisches
Privat-Laboratorium mit einem mchtigen Speetatorium im Sinne der
vorhin citirten Stelle meiner Antrittsvorlesung.
	So ist denn zwar ein in manchen Richtungen mustergiltiger Ver-
sammlungsraum fr demonstrative Zwecke entstanden, wie ihn wohl
kaum eine andere. unserer deutschen Universitten, besitzen drfte,
aber die besonderen und weitlufigen Vorkehrungen fr den geplanten
physiologischen Anschauungsunterricht fehlen. noch fast gnzlich, und,
werden erst sehr allmhlich. -vorausgesetzt dass mir, wie gesagt, die
Kraft und die Freude an der Arbeit vollends. wiederkehrt. und dauert.
