122 	Ueber das physiologische Privat-Laboratorium

meine diesbezüglichen Vorbereitungsarbeiten, in einer mich befrie-
digenden Weise, vollendet sein werden, und ob und in w i e weit
überhaupt es mir bei dem andauernd leidenden Zustand meiner Ge-
sundheit möglich sein wird dieselben zu einem derartigen, vorläufigen
Abschluss zu bringen, dass ich auch j en en T h ei 1 der Ziele und
Zwecke meines, an der hiesigen Universität errichteten physiologischen
Privat-Laboratoriums zu erreichen gestimmt und im Stande sein werde,
welcher sich auf meine eigene regelmässige öffentliche Lehrthätigkeit
bezieht.
	Denn bei der Errichtung meines Laboratoriums verfolgte ich ni eh t
aus s eh liess lie h Unterrichtszwecke, sondern die neue Anstalt 
sollte
mir vor Allem unabhängige Gelegenheit und Mittel zu meinen wissen-
schaftlichen Forschungen und Arbeiten bieten, welche ich allerdings
für längere Zeit ganz unterbrochen hatte, um mich mit den weitläufigen
Vorbereitungen für den neu en physiologischen »Anschauungsunter-
richt« zu beschäftigen, welche ich aber sofort wieder aufzunehmen ge-
dachte, wenn diese letzteren vollendet sein würden, oder - was ich
freilich nicht ahnen konnte - verhältnissrnässig a 11z u g r o ss e 
Opfer
an Zeit und Mühe kosten sollten, um rasch und glatt durchgeführt zu
werden.
	Es ist mir ein wahres Bedürfniss mich über Alles dies öffentlich
auszusprechen, denn es gilt die vielfachen, ungeduldigen Anfragen
Einzelner über das Ziel und den Fortgang meines Unternehmens auf
einmal definitiv zu beantworten und der Entstehung mancherlei miss-
verständlicher Vorstellungen und Erwartungen vorzubeugen.
	Deshalb habe ich mir erlaubt die Einladung zur heutigen Eröff-
nungs -Versammlung ergehen zu lassen, welcher Sie, m. H. -wie ich
mit Dank und Freude constatire - so zahlreich gefolgt sind - trotz
der irreleitenden Notiz, welche das hiesige »Tageblatt« über den Tag
der Versammlung heut Morgen gebracht hat.
	Denn indem ich heute dieses Amphitheater feierlich eröffne und
speciell dem h. Rectorate unserer Hochschule zu Universitätszwecken
für Einzelne der Herren Collegen zur Verfügung stelle, die solche
Räume brauchen und sich mit mir über deren Benutzung ins Einver-
nehmen setzen wollen, wünsche ich auch öffentlich Bericht zu 
erstatten,
sowol über Das, was ich bereits gethan und erreicht habe, als über
Das, was ich noch zu thun und zu erreichen beabsichtige, wenn mir
die Kraft und die Freude an der Arbeit vollends wiederkehrt und
dauert.
	Ich will hier nicht näher auf die vielfachen, die Durchführung
meiner ursprünglichen Absichten vereitelnden und über Gebühr
