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Populäre physiologische Vorträge.
liung zwischen Herz und Gemtith existirt, welche der Sprachgebrauch nicht unberechtigt bis zur Identificirung der beiden Ausdrücke steigert — das ist eine Thatsache der täglichen Erfahrung. Wer von uns hätte sein Herz nicht stärker und rascher pochen gefühlt hei einer frohen Nachricht, welche der elektrische Draht unverhofft brachte? — oder wenn freudiges Gelingen die Mühen langer Arbeit lohnte, ungeduldige Erwartung den quälend langsamen Schritt der Zeit verwünschen liess? Wer vonr'uns hätte nicht empfunden, dass das Herz wiederum träge, schwach und langsam schlug, wenn tiefe Entmuthigung oder Trauer die Stimmung unseres Gemüthes verdüsterte? Ja die meisten werden schon erfahren haben, dass das Herz momentan ganz Stillstehen konnte, wenn eine erschütternde Kunde sie unerwartet — wie ein Blitz aus heiterem Himmel — traf, oder eine unmittelbare Gefahr mit all’ ihren überwältigenden Schrecken plötzlich an sie herantrat !
In der That, wem sollten entgangen sein die so verschiedenartigen Veränderungen der Herzthätigkeit während der Momente enthusiastischer Begeisterung, zorniger Wallung, peinlicher Verlegenheit, sittlicher Entrüstung, angstvoller Erwartung, lähmenden Schreckens,
überwältigender Freude----------? Doch wozu die Beispiele häufen,
vielleicht hat sich eben jetzt, während ich davon spreche, in mancher Brust hier im Saale — infolge wach gerufener Erinnerungen und Gefühle die Energie und Zahl der Herzschläge geändert ! —
Kurz, in zartbesaiteten wie in derbem Naturen ist der Parallelismus der Gemüths- und Herzbewegungen ein so auffallender, dass es niemand wundernehmen kann, wenn der innige Zusammenhang beider Erscheinungen seit jeher die Aufmerksamkeit der Menschen gefesselt und zur figürlichen Vertauschung von Gemtith und Herz veranlasst hat.
Welches sind nun aber die geheimnissvollen Fäden jenes wunderbaren Zusammenhangs ? Welches sind die verborgenen Wege, die so direct vom Sitze des Gemüthslebens zum Herzen führen — dem mechanischen Centrum des Blutkreislaufs?
Durch welche Einrichtungen und Vorgänge wird der offenkundige Parallelismus zweier so differenter Thätigkeiten vermittelt?
Diese Fragen nach dem gegenwärtigen Standpunkt der Experimentalphysiologie zu beantworten ; eine Erklärung zu gehen, wie die Regungen des Gemüthes vermittelst des Nervensystems die Thätigkeit des Herzens beeinflussen, dies eben soll den eigentlichen Gegenstand meines heutigen Vortrags ausmachen!
Zunächst muss ich Sie jedoch eine Strecke Weges durch das wenig anmuthige Gebiet anatomisch-mechanischer Vorstellungen führen, um