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Populäre physiologische Vorträge.
die dünnwandigen venösen Röhren v, welche in die rechte Vorkammer münden. Diese communicirt mit der rechten Kammer, ans welcher wieder ein dickwandiges arterielles Rohr a' entspringt, das sich baumförmig verästelt und in der Lunge L, und zwar au s s chli e s s -lieh in der Lunge, in das Capillarnetz <:' auflöst, dessen mikroskopische Röhrchen wieder zu starkem dünnwandigen venösen Gefässen v' verschmelzen, die als Lungenvenen direct in die linke Vorkammer und durch diese endlich in die linke Kammer führen. Wir sind an unserm Ausgangspunkte wieder angelangt,, indem wir den ganzen Röhren-cirkel durchliefen. Sie sehen, dass derselbe aus zwei Hälften besteht. Die kleinere Hälfte desselben führt durch die Lunge L und verbindet die rechte Kammer mit der linken Vorkammer, die grössere Hälfte umfasst den ganzen Körper K und verbindet die linke Kammer mit der rechten Vorkammer. Da beiderseits Vorkammer und Kammer direct communiciren, so schliesst das Herz die kleine oder Lungenhälfte mit der grossen oder Körperhälfte des Gefässsystems zu einem einzigen und ganzen Röhrencirkel zusammen.
Ausgestattet mit der Kenntniss der Anatomie des Herzens und des Gefässsystems, können wir nun zur physiologischen Betrachtung der Herzthätigkeit und der mechanischen Leistung des Herzens als eines Pumpwerks übergehen.
Die Thätigkeit des Herzens besteht in rhythmischen, d. h. nach bestimmtem Rhythmus abwechselnden Zusammenziehungen und Erschlaffungen der contractilen Fleischwände seiner vier Abschnitte. Den Zustand der Zusammenziehung nennt man Systole, den Zustand der Erschlaffung Diastole.
Während der Diastole (Erschlaffung) füllen sich die Herzhöhlen mit Blut und werden erweitert und ausgedehnt; während der Systole hingegen verengern sie sich und entleeren das in ihnen enthaltene Blut.
Die beiden Herzhälften arbeiten genau synchronisch, d. h. die Vorkammern beider Hälften verfallen genau zur selben Zeit in Systole und dann in Diastole, ebenso die beiden Kammern ; dagegen arbeitet Vorkammer und Kammer derselben Seite ungleichzeitig.
Es erfolgt nämlich die Systole der Vorkammern während der Diastole der Kammern und umgekehrt ; auch dauert bei den Vorkammern die Diastole weit länger als die Systole, während bei den Kammern Systole und Diastole etwa die gleiche Dauer haben.
Der Rhythmus der Herzbewegung wird dadurch ein complicirter, und man fasst ihn noch am leichtesten auf, wenn man sich zunächst das ganze Herz, alle vier Abschnitte desselben, in Diastole — erschlafft denkt.