﻿I. Das Herz und der Einfluss des Nervensystems auf dasselbe.
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Die Herzpumpe fördert nur in der Richtung you den Venen gegen die Arterien, nicht aber umgekehrt, weil die Ventile nur in der ersten Richtung sich öffnen, in der letzteren aber, wie angegeben, absolut schliessen.
So also wirkt das Herz als Pumpwerk ! Wie kommt nun durch diese rhythmische Herzwirkung eine continuirliche Kreislaufbewegung des Blutes innerhalb des in sieh geschlossenen Gefässröhrencirkels zu Stande1?
Einfach so : Wir sahen, dass das Blut durch das schlagende Herz aus den Venen fort und fort in die Arterien hinübergepumpt wird. Mit jedem Herzschlag steigt der Druck und die Spannung des Blutes in den sich überfüllenden elastischen Arterien, wodurch, beiläufig bemerkt, der sogenannte Puls entsteht, während Druck und Spannung in den sich entleerenden Venen fällt.
Da nun die Arterien mit den Venen durch die Capillarröhrchen unmittelbar Zusammenhängen, so muss das Blut aus den Arterien durch die Capillaren hindurch in die Venen überströmen.
Wohin sonst könnte auch das in die Arterien eingepumpte Blut entweichen? Direct ins Herz zurück kann es nicht, weil die Taschenventile an den Arterienwurzeln den Weg in dieser Richtung sperren, anderweitige Oeffnungen in den Wänden gibt es nicht — also muss das Blut gegen die Capillaren fliessen und durch die Capillaren in die Venen hineingepresst werden und in diesen wieder nach dem Herzen zurückströmen.
Indem nun die Spannung und Ueberfüllung der Arterien eine solche Höhe erreicht, dass eine genau gleiche Blutmenge continuirlich aus den Arterien durch die Capillaren in die Venen Uberströmen muss, als das pumpende Herz rhythmisch aus diesen letzteren in die Arterien hinübertreibt — so wird Ihnen ohne Zweifel klar sein, wie sich auf diese Weise durch die rhythmische Herzthätigkeit eine das ganze Leben hindurch dauernde Circulation des Blutes von der angegebenen Strömungsrichtung innerhalb des Gefässröhrencirkels herstellt ! —
Werfen wir jetzt nochmals einen Blick auf das Schema der Ge-fässröhrencirkel (vgl. Fig. 4), um den Kreislauf und die augenfälligen Veränderungen des strömenden Blutes innerhalb des Gefässsystems im Zusammenhänge zu verfolgen, so ergibt sich Folgendes :
Das Blut strömt vom linken Ventrikel durch die Arterien (») nach den Capillaren (c) aller Körpertheile (Aj, in denen es Sauerstoff abgibt, Kohlensäure aufnimmt und seine hellrothe Farbe verliert; dann strömt es aus diesen Körpercapillaren durch die Venen (u) in den rechten Vorhof, aus dem rechten Vorhof in die rechte Kammer (wie
Czermak, Schriften. II.	2