﻿I. Das Herz und der Einfluss des Nervensystems auf dasselbe.
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und den Blutgefässen hinabsteigen und (daselbst ibr Ende findend) verschiedene Wirkungen auf die Thätigkeit des Herznervensystems und somit auf den Herzschlag selbst ausüben.
Die neuere Experimentalphysiologie, welche sich die Aufgabe stellt die normalen Lebensvorgänge zu ermitteln und aus den erkannten materiellen Bedingungen mit Nothwendigkeit herzuleiten — d. h. zu erklären — bat hierüber folgende wichtige Thatsachen sichergestellt.
a)	Der eine dieser Nervenfaserzüge, welcher vom Gehirn durch das Bückenmark und weiterhin zum Theil durch die Bahnen des sogenannten sympathischen Nervensystems an seinen Bestimmungsort gelangt — enthält Nerven, die (wenn sie gereizt werden) die Thätigkeit des Herznervensystems erhöhen, indem sie die in den Ganglien entstehenden Triebkräfte und Beizungszustände mittelbar oder unmittelbar vermehren. Die Energie'der Herzarbeit wächst infolge dessen. Der Entdecker jenes Theiles dieser Nerven, welche die Frequenz der Herzschläge unmittelbar erhöhen. mein Vorgänger im Amte, Professor von Bezold, hat dieselben deshalb die excitirenden Nerven genannt. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass jener andere Theil dieser Nerven, welcher die Herzthätigkeit nur mittelbar oder indirect vermehrt, die schon längst bekannten Gefäss-nerven sind, welche gar nicht ins Herz selbst gelangen, sondern in den contractilen Wandungen der Gefässe ihre Verbreitungsgebiete haben. Aber, indem sie die Gefässwandungen zur Zusammenziehung veranlassen und hierdurch eine mächtige Steigerung des Blutdrucks bewirken, vermehren sie ebenfalls — wenn auch nur indirect — die Energie der Herzthätigkeit.
Es würde mich zu weit führen, wollte ich Ihnen genauen Bericht über die Fortschritte abstatten, welche seit den bahnbrechenden Untersuchungen von Bezold’s auf diesem Gebiete der Experimentalphysiologie gemacht worden sind. Für unseren Zweck genügt es zu wissen, dass es Nerven gibt, deren Bahnen man kennt, welche das Herz excitiren, gleichgültig oh sie dies mittelbar, wie die Gefässnerven, oder unmittelbar, wie die von Bezold’scIlen Nerven thun.
b)	Der zweite der beiden die Thätigkeit des Herznervensystems beeinflussenden Nervenfaserzüge, welcher auch vom Gehirn entspringend, direct in der Bahn des sogenannten herumschweifenden Nerven oder Nervus vagus an beiden Seiten des Halses zum Herzen hinabsteigt, führt hingegen Nerven, deren Beizung die Herzthätigkeit hemmen, indem sie die Widerstandseinrichtungen des Herznerven-systems verstärken, so dass sich die Pausen zwischen den Herz-