﻿I. Das Herz und der Einfluss des Nervensystems auf dasselbe.
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Es kommen liier im Allgemeinen die folgenden vier Fälle in Betracht.
1)	Ist der erregende Einfluss des Gehirns auf die excitirenden Nerven sowol als auf die hemmenden ein sehr geringer oder gleich Null, so arbeitet das Herz energielos, die Pulse sind verhältnissmässig selten und schwach.
2)	Steigt einseitig der excitirende Einfluss, so nimmt die Zahl der Herzschläge immer mehr zu, ohne dass die Energie der Schläge entsprechend vermehrt würde. Der Herzschlag ist häufig, aber schwach.
3)	Ueberwiegt plötzlich die Wirkung der hemmenden Nerven, so bleibt das Herz kürzere oder längere Zeit in Erschlaffung ganz Stillstehen, oder schlägt nur in längeren Pausen fort ; die Energie der einzelnen Schläge ist aber vermehrt. Der Herzschlag wird also selten, aber stark sein.
Endlich 4) steigert sich die Reizung in beiden Nervenbahnen zugleich, so kommt es zu jener stürmischen Herzaction, welche so viele unserer heftigen und leidenschaftlichen Gemüthsaffecte begleitet. Das Herz pocht stark und zugleich sehr frequent. So also beherrscht das Gehirn vermittelst jener beiden Nervenbahnen den Herzschlag. —
Werden diese Bahnen durchschnitten, so ist das verknüpfende Band zerrissen — der Einfluss des Gehirns auf das Herz ist damit vernichtet! Beweis genug, dass es keinen andern, etwa gar mysteriösen Zusammenhang vermittelst der berüchtigten sogenannten Lebenskraft zwischen Hirn und Herz gibt.
Ich könnte Ihnen begreiflicherweise alle diese vier möglichen Fälle an dem mechanischen Schema durch entsprechende Handhabung des Regulationshahns [h) und der Widerstandsschraube (s) anschaulich vorführen. Ich könnte auf mechanisch ganz analoge Einflüsse und ganz so, wie wir am Herzen beobachten, seltene und schwache, häufige und schwache, seltene, aber s ff a r’k e und endlich häufige und starke Pulsationen des Schiffchens in allmählichem oder plötzlichem, regelmässigem und unregelmässigem Wechsel hervorbringen; — allein hierauf verzichte ich und will Ihnen lieber den dritten Fall — die hemmende Wirkung der plötzlichen Reizung der in der Yagusbahn verlaufenden Nerven am lebenden Menschen — an mir selbst durch ein Experiment unmittelbar zeigen !
Ich habe nämlich die Entdeckung gemacht, dass mein rechter Nervus vagus, durch eine Eigenthümlichkeit seiner Lagerungsverhältnisse und Umgebung am Halse — an einer bestimmten Stelle dem