	I. Das Herz und der Einfluss des Nervensystems auf dasselbe.	1 9

dasselbe dagegen die Zersetzungsproducte und Rckstnde seines Ver-
brauchs ab.
	D e sh alb also mu s s das Blut circuliren, wenn es nicht alsbald
erschpft und unbrauchbar werden soll, sondern wenn es im Gegen-
theile sich ill seiner normalen lebenskrftigen Zusammensetzung be-
haupten und dem ganzen Organismus auf die Dauer das Leben er-
halten soll.
	0 e s ii alb haben auch die speciellen Circuiationsverhltnisse des
Blutes in den einzelnen Organen und die dieselben beherrschenden
Herzbewegungen und Gefssverengerungen und Gefsserweiterungen
eine so hohe Bedeutung fr alle Lebensthtigkeiten, mgen sie nun
bios materieller oder zugleich auch hherer, geistiger Natur sein.
	Auf diese wenigen Andeutungen muss ich mich fr jetzt beschrn-
ken; jedenfalls werden dieselben gengen, um Sie den weiten Abstand
der unmittelbaren, mechanischen Wirkungssphre des Herzens
von-und zugleich die, wenn auch entfernte Beziehung derselben
z u dem Erscheinungskreise des G-ernllthslebens - mit dem es nichts-
destoweniger in so wunderbar innigem Zusammenhange steht - er-
messen zu lassen.
	Vielleicht ist es mir bei einer andern Gelegenheit vergnnt, Ihnen
das reiche Bild der vegetativen Lebensvorgnge, welches ich hier
kaum im flchtigsten Umriss skizziren konnte, im Detail auszumalen
- Fr heute habe ich jedoch eine andere Aufgabe zu lsen
	Alles was ich bisher behandelt, waren Mittheilungen, welche nur
zum Verstndniss des eigentlichen Hauptthemas meines Vortrags fhren
sollten zum Verstndniss der physiologischen Erklrung
jenes oft erwhnten Zusammenhangs zwischen den Re-
gungen des Gemllths und der Thtigkeit des Herzens.
	Lassen Sie uns hier einen Moment stillstehen und einen raschen
Blick auf das bisher Dargelegte zurckwerfen
	Zuerst haben wir die ussere Gestalt und den innern Bau
des Herzens betrachtet; sodann haben wir die rhythmische
Thtigkeit und den Mechanismus der Herzpumpe errtert;
und endlich haben wir die hierdurch hervorgebrachte Kreis -
laufsbewegung des Blutes innerhalb des grossen und kleinen
Gefssrhrencirkels kennen gelernt und ihre Beziehung zur Erhal-
tung aller Lebensusserungen berhrt.
	Jetzt - nachdem Sie mit dem Wesen und der funetionellen Be-
deutung der Bewegungen des Herzens nher vertraut sind - j e t z t
kann ich zur Auseinandersetzung des Einflusses schreiten, welchen das
Nervensystem auf das Herz ausbt, - woraus sieh dann von selbst
2*
