	I. Das Herz und der Einfluss des Nervensystecis auf dasselbe.	13

die hebelförmigen Bewegungen des Spiegelchens und somit die Be-
wegungen des pulsirenden Körpers genau und in vergrössertem Maass-
stabe zur Anschauung bringt.
	Ich werde also für unsern Zweck zwei solcher Spiegelchen nehmen,
das eine auf die Vorkammer, das andere auf die Kammer des schlagen-
den Froschherzens legen, sodann eine concentrirte Beleuchtung er-
zeugen und die entstandenen Lichtbilder vertical übereinander auf
jenen weissen Schirm werfen. Sie gestatten, dass ich für einige Augen-
blicke sämmtliche Lichter im Saale auslöschen lasse, um den Raum
möglichst zu verdunkeln.
Fig. 5. Das Kardioskop.
Man erkennt das ausgeschnittene Froschherz auf der horizontalen Platte des 
verschiebbaren Trägers.
Auf der Herzkammer (links) sewsl als auf den Vorkammern (rechts) liegen 
kleine viereckige Kork-
plättchen, in welche die Spitzen von Nadeln eingestocheu sind, die in den 
horizontalenAxen festsitzen,
welche die Spiegelchen (von	denen das eine nur durch pnnktirts Linien 
angedeutet ist) vermittelst
	kleiner, federnder Messinghülschee tragen.

	Die in der Finsterniss wie ein paar Mondscheiben leuchtenden,
auf- und niederbewegten Lichtbilder werden den Rhythmus der Auf-
einanderfolge von Systole und Diastole der Vorkammer und Kammer
des winzigen Froschherzens Ihnen allen sichtbar wiedergeben (vgl.
Fig. 6).
	Sie scheu jetzt in der That zwei mondscheibenartige Lichtbilder
auf jener Wandtafel, welche sich nach einem bestimmten Rhythmus
auf- und niederbewegen. Jedes derselben geht von einem bestimmten
Punkte, den es während der Ruhe einnimmt, nach unten und kehrt
alsbald nach oben auf denselben Punkt zurück. Das Heruntergehen
bedeutet Systole, das Zurückkehren nach oben Diastole des betreffen-
den Herzabsclinitts.
