	Das Stereophoroskop.	301

stck des Grtels, der somit eben so viele Kanten und Flchen zhlt
als das Prisma, parallel gegenber durch feine Stbehen angebracht
und befestigt. In der Mitte jedes dieser Pappendeckelstcke befindet
sich eine mehrere Linien breite, der Axe des Prismas parallele Spalte
(S), durch welche hindurch das stereoskopische Doppelbild der ent-
sprechenden Seite des Prisma's bequem bersehen werden kann
(vgl. Fig. 26 auf Taf. 1 6}.
	Befestigt man nun noch den die Linsen enthaltenden Theil eines
Strereoskopes in passender Entfernung von und in richtiger Stellung
zu den stereoskopischen Bildern, so versteht es sich von selbst, dass,
wenn das Prisma sammt dem die Spalten enthaltenden Grtel in
Rotation versetzt wird, smmtliche Bilder in geordneter Reihenfolge
das Gesichtsfeld passiren und den berechneten Effect hervorbringen
mssen. Der gebte Beobachter kann das Stereoskop brigens ganz
entbehren und durch die passende Stellung der Augenaxen vollkommen
ersetzen.
	Das Schwierigste bei der ganzen Sache ist das Entwerfen rich-
tiger und brauchbarer stereoskopischer Ruder - doch kann man auch
hierzu, wie berhaupt fr das Stereoskop, die Photographie mit Vor-
theil bentzen. Man lsst sich nmlich, statt, wie ich es behufs der
Vorversuche gethan habe, mhsam die Bilder zu cons trul ren,
krperliche Relief- oder Hohl-Modelle, z. B. eine Reihe von Pyrami-
den von gleicher Basis, aber stetig wachsender Hhe, anfertigen und
in Form stereoskopischer Doppelbilder photographiren. So viel sieh
a priori schliessen lsst und ich nach meinen Versuchen besttigen
kann, zu welchen freilich keine Photographien, sondern nur selbst-
verfertigte Construetionen, die nicht den hchsten erreichbaren Grad
von Vollkommenheit besassen, verwendet wurden; so muss die erzielte
Tuschung darinnen bestehen, dass (um bei dem gewhlten Beispiele
zu bleiben) man eine Pyramide zu sehen glaubt, welche in senkrechter
Richtung zur Gesichtsflache des Beobachters emporwchst oder zu-
sammenschrumpft u. s. w.
	Noch muss ich den Umstand hervorheben, dass bei beiden Arten
des Stereophorolyts (sub a und sub b) immer Doppelbilder der nchsten
oder entferntesten Punkte auftreten, sobald die Grenzunterschiede der
stereometrischen Verhltnisse bedeutend sind und der Apparat rasch
gedreht wird. Dies ist eine ganz nothwendige Erscheinung, welche
die Illusion im Ganzen nicht beeintrchtigen kann, da sie in der Natur
der Sache begrndet ist.
Da man in Paris so bedeutende Fortschritte in der Photographie
