﻿Ueber die Iiautnerven des Frosches.
an Hautstellen aus allen Regionen des Körpers nacli zu weisen und sielier zu stellen, liess mich die möglicherweise ganz fruchtlose Mühe nicht scheuen, welche ich auf die vorliegende, wie mir scheint, nicht ganz unwichtige Untersuchung verwendet habe.
Die gesuchten Nerventh eilungen fand ich denn auch wirklich in genügender Anzahl an den verschiedensten Hautpartieen. Ich bemerke nur noch, dass ich alle meine Präparate einem gewiss competenten Richter, Herrn Professor Puukynk, zur Beurtheilung vorgelegt habe, der sich von der Richtigkeit der Deutung und Auffassung derselben überzeugt hat, und gehe nun an die Beschreibung des Verlaufs und des Verhaltens der Nervenprimitivfibrillen.
Alle Primitivfasern der an die Haut tretenden Nervenstämmchen zerfahren, sobald sie dieselbe erreicht haben, in den tiefen Plexus, nehmen an der Bildung mehrerer Maschen Theil und werden so an der innern Fläche einer bestimmt grossen Hautstelle in verschiedenen Krümmungen herumgeführt. Obwohl ich nun sehr häufig einzelne Fibrillen auf bedeutende Strecken verfolgen und unter den übrigen herauskennen konnte, so ist mir doch weder ein Zurückläufen derselben in einen oder den andern Hautnervenstamm zu unterscheiden, noch ein unzweifelhaft freies Ende zu entdecken gelungen.
Ich wage nicht, eine Schlingenbildung der Nerven in der Haut des Frosches nach diesen negativen Resultaten sofort zu leugnen; kann sie aber eben so wenig für eiue ausgemachte Sache halten. Ueberhaupt, wäre immer bedacht worden, dass, um von solchen Schlingen der Nerven zu reden, der ganze Verlauf derselben klar verfolgt und übersehen werden muss, so wären die Physiologen nicht so freigebig mit »peripherischen Umbiegungsschlingen der einfachen Primitiv fasern« beschenkt worden.
Eine Theilung der Nervenfibrillen hingegen habe ich sowohl an den dicken als an den dünnen mit völliger Sicherheit beobachtet und will im Allgemeinen darüber Folgendes bemerken :
Ich fand bis jetzt nur eine dichotomische Verzweigung, welche sich jedoch oft an den neu entstandenen Aesten abermals wiederholte. Es schien ein doppelter Typus der Theilung vorzukommen, entweder spaltete sich eine Fibrille in zwei Zweige von gleicher Stärke (Fig. 5, A, B), oder der eine der Zweige war viel schwächer als der andere (Fig. 7, AH. Man kann sich der Vorstellung kaum erwehren, dass im letztem Falle die Stammfibrille in ihrem Verlaufe eben nur einen Ast abgiebt und dann ihren Weg weiter verfolgt ; während im ersten Falle, wo die zwei Aeste von gleicher Dignität sind, eine eigentliche