﻿Ueber die Hautnerven des Frosches.
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Wenn, wie allgemein angenommen wird, die sensitiven Nerven sich wie Leiter verhalten, bestimmt, den lleiz von der Peripherie nach dem Centrum zu tragen, und wenn das Sensorium die durch den Reiz erzeugte Empfindung in der entgegengesetzten Richtung an dits Ende des einfachen und ungetheilten Leiters, somit an einen Punkt der Peripherie versetzt : so muss, angenommen, der Leiter verästete sich wie dies die sensitiven Nerven wirklich thun , nach erfolgtem Reiz die Empfindung nach den Enden sämmtlichcr Aestclien des Leiters, d. h. in eine Fläche verlegt werden.
Während die Empfindung im ersten Falle bestimmter, begrenzter ist, wird sie im zweiten Falle vager.
Ebenso muss das Sensorium, mag das peripherische Aestclien .! des verzweigten Leiters oder das räumlich davon entfernte Aestclien II gereizt werden, mit einer und derselben Empfindung antworten, und wenn beide Enden .1 und II zu gleicher Zeit durch zwei räumlich getrennte Körper gereizt werden, Einen und nicht zwei räumlich verschiedene Eindrücke percipiren.
Denken wir mehrere solcher verästelter Leiter dergestalt an der Peripherie angeordnet, dass sich die von ihren Aesten beherrschten Flächen interferiren, d. h. theilweise decken, wie eine Reihe von Kreisen, deren Peripherien durch die Mittelpunkte der Nachharen gehen : so müssen wir annehmen, dass die gereizten Interferenzflächen, obschon sie von zwei verschiedenen und selbständigen Leitern versorgt werden, dennoch nur eine räumlich-einheitlichc Empfindung zu erregen im Stande sind, weil das Sensorium auf einen durch den Leiter A zugeführten Reiz die Empfindung doch nur dorthin verlegen kann, wo sich der Leiter .1 verbreitet.
Wenden wir nun diese Betrachtungen auf die Hauptnerven des Frosches an, welche in der That solche verästelte centripetale Leiter und in ähnlicher Weise, wie eben vorausgesetzt wurde, in der Haut vertheilt sind: so dürfen wir glauben, dass in der Haut, sie mag wo immer durch eine Nadelspitze einen Reiz empfangen, eine einfache räumlich mehr oder weniger bestimmte Empfindung entstehen werde ; dass aber die Eindrücke zweier Nadelspitzen nur dann doppelt, d. i. räumlich gesondert vom Frosche empfunden werden können, wenn sie so weit von einander entfernt applicirt werden, dass sie Hautstellen treffen, welche von Nerven versorgt sind, deren peripherische Verästelungen einander nicht interferiren oder theilweise decken, dagegen immer in dem Maasse zu E i n e r Empfindung verschmelzen müssen, als die Nadelspitzen, einander näher gerückt, Hautstellen zu gleicher Zeit berühren, an welchen sich mehrere Nerven verbreiten, — Haut-