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Ueber die Hautnerven des Frosches.
stellen somit, die den Interferenzflächen des obigen Schema entsprechen.
Dies Alles anf den Menschen angewendet, gäbe vielleicht eine Erklärung der bekannten WEmm’schen Versuche.
Spinnen wir den aufgenommenen Faden weiter fort, so können wir uns leicht eine Vorstellung der Feinheit oder Schärfe des Gefühls und der Empfindlichkeit des Hautorgans machen. Schärfe des Gefühls und Empfindlichkeit sind zwei sehr verschiedene Dinge, die wohl zu trennen sind. Die Schärfe des Gefühls wird durch die WEBER’schen Versuche geprüft; die Empfindlichkeit aber dadurch, dass der Grad eines applicirten Reizes mit der Stärke der erzeugten Empfindung verglichen wird. Die Haut am Rücken, in den Weichen, ist empfindlich, aber aller Feinheit des Gefühles haar ; die Haut an der Streckseite des Ellbogengelenks ist weder feinfühlend, noch bedeutend empfindlich ; der rothe Theil der Lippen hingegen im hohen Grade, sowohl feinfühlend als empfindlich.
Die aufgezählten Beispiele werden hinreichen, das klar zu machen, was unter den beiden Bezeichnungen verstanden werden soll.
Wollen wir nun eine Erklärung, eine Aufzählung der Bedingungen dieser beiden Eigenschaften der sensitiven Organe versuchen, so haben wir zweierlei zu berücksichtigen : erstlich die Beschaffenheit des Organs, sodann die Art der Nervenvertheilung.
Die Empfindlichkeit einer Hautstelle hängt ab : erstens von der Feinheit und Zartheit der Haut oder wenigstens der die Nerven (leckenden Schicht; zweitens von der absoluten Menge der Nerven, einerlei, ob dieselbe von der grossen Zahl der einzelnen Brimitivfibrillen. oder von der oft wiederholten Theilung und Spaltung weniger Fibrillen herrührt: — denn um eine heftige Reaction der sensiblen Sphäre auf einen verhältnissmässig geringen Reiz hervorzubringen, darf 1 die Wirksamkeit des letzteren nicht durch den Dazwischentritt fremder unempfindlicher Theile allzusehr geschwächt und gebrochen werden und — 2 kommt alles darauf an, eine möglichst grosse Menge der peripherischen Nervensubstanz zu alteriren, wenn ein energischer Eingriff in den Organismus mit geringen Mitteln stattfinden soll.
Wäre uns demnach die Aufgabe gestellt, ein möglichst empfindliches sensitives Organ zü construiren, so müssten wir nach diesen Brincipien ein zartes, gut leitendes Grundgewebe mit einer absolut grössten Menge von Nerven durch dringen lassen, und zwar das letztere aus demselben Grunde, aus welchem die Membrana Schneiden die weit hervorspringenden Nasenmuscheln überkleidet und die innerste •Darmhaut zahlreiche Falten bildet.