﻿Ueber die Hautnerven des Frosches.
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Was die Eigenschaften eines feinfühlenden Organs betrifft, so ist zunächst zu erwägen, dass sich die Feinheit oder Schärfe des Gefühls nur auf die räumliche Trennung und Sonderung gleichzeitiger Heize in der Empfindung beziehe.
Auf die physikalische Qualität und den Bau des Organs kommt somit gar nichts an, sobald nur Kaum und Gelegenheit für die Verbreitung der Nerven da ist ; Alles hingegen hängt von der relativen Menge der Erimitivfibrillen ab. Je mehr derselben auf einer als Maass angenommenen Flächeneinheit vorhanden, welche gesonderte Eindrücke hervorzubringen im Stande sind, desto feinfühlender nennen wir ein solches Organ. Es verhält sich liiemit gerade so, wie mit der Schärfe des Gesichts ; — das vollkommenste Tastwerkzeug wird demnach jenes sein, das die grösstmögliche relative und absolute Menge von Erimitivfibrillen und ein zur Aufnahme und Fortleitung des Reizes geschicktes Grundgewebe besitzt ; die erste Eigenschaft deshalb, um feinfühlend und empfindlich, die zweite, um nicht nur an und für sich empfindlich zu sein, sondern auch, um als Tastwerkzeug sich den Eindrücken der Aussenwelt hinzugeben, um dieselben activ aufzunehmen. Ich erinnere hier nur an die Zunge, welche, obschon überaus feinfühlend und empfindlich, dennoch als Tastwerkzeug hinter den Fingerspitzen zurücksteht, weil derselben nebst Anderem namentlich der feste Knochenkern mangelt .
Wir wollen uns nur noch aus den bekannten Eigenschaften der Organe einige wenige Schlüsse auf die Structur, namentlich auf die wahrscheinliche Menge Nerventheilungen erlauben.
In der Retina dürfen wir kaum, in der Zunge, den Lippen, den Fingerspitzen Theilungen wenigstens von keiner grossen Ausdehnung vermuthen. Zahlreich und von bedeutender Verbreitung dürften die Nerventheilungen in der Haut des Rückens, des Nackens, der Weichen u. s. w. sein.
Doch genug, ich habe schon allzulange den festen Boden sicherer Erfahrung unter den Füssen verloren ! Zu meiner Entschuldigung sei nur angeführt, dass derartige Betrachtungen, welche die Bedeutung und den Einfluss einer gemachten Beobachtung nachzuweisen bemüht sind und aus dem Bestreben entspringen, vereinzelte, an und für sich nicht vielsagende, empirische Thatsachen in ihrer lebendigen Beziehung zur bestehenden Gestaltung der Wissenschaft darzustellen, vielleicht niemals ganz wertlilos sind.
Ich kehre nach dieser Unterbrechung zur Nerventhcilung in der Haut des Frosches zurück. An den Theilungsstellen sind die Nerven fast immer mehr oder weniger eingeschnürt ; doch bin ich der Ueber-