	IJeber die Hautnerven des Frosehes.	5

dieser coagulirte Inhalt manchmal der Beobachtung hinderlich, weil er
öfter ganz die Gestalt von Fasern annimmt und so der Deutlichkeit der
Wahrnehmung und der Sicherheit der Deutung Abbruch thut.
	Haben die Nerven auf die angegebene Weise die Haut erreicht,
so verbreiten sie sich meist von einzelnen, zuweilen auch von vielen
Pigrnentzellen bedeckt, zwischen dem Derma und dem serösen Ueber-
zuge.
	Jedes Nervenbündel theilt sieh meist dichotomisch in untergeord-
nete Aeste, welche sich wieder mehrfach verzweigen und mit den
Verzweigungen der Aeste der benachbarten Nervenbündel zu polyedri-
scheu, an verschiedenen Hautstellen verschieden gestalteten Maschen
verwebt werden, so zwar, dass an der inneren Fläche der Haut ein
grosses ununterbrochenes, in sich zurücklaufendes Nervennetz entsteht
(Fig. 2).
	Die Nervenfibrillen der einzelnen an die Haut tretenden Bündel
bleiben demnach nicht in für sich bestehenden abgeschlossenen Ma-
schensystemen beisammen, sondern werden, indem sie sich an Zweige
anderer Stämme anlegen, nach längerem oder kürzerem Verlaufe sich
ganz oder zum Theil wieder trennen, und abermals mit anderen Aest-
ehen vereinigen, in der mannichfachsten Weise untereinander gemischt
und combinirt. Jedes zu einer Masse gehörende Aestchen besteht in
den meisten Fällen aus Nervenfibrillen, welche in ganz verschiedenen
Bündeln zur Haut gelangt sind. Diese Mengung und Mischung der
Nervenfasern muss wohl gewisse Grenzen haben; doch ist es fast
unmöglich, dieselben zu bestimmen, weil man die einzelnen Nerven
nur auf verhältnissmässig geringe Strecken genau verfolgen und unter
der Menge der andern herauskennen kann.
	Von den Bündeln des eben beschriebenen Nervennetzes ent-
springen sehr viele kleinere und grössere Aestchen, selbst einzelne
Fasern, welche einen ganz eigenthiimlichen Verlauf haben (Fig. 2, d,
d', d2 - d7). Dieselben bleiben nämlich nicht auf der inneren Fläche
dci. Derma, sondern dringen in die bei der Darstellung des Baues der
Haut erwähnten Kanalehen ein, gelangen in die Schicht der verfilzten
Fasern und verzweigen sich zwischen den Hautdrüsen.
	Von diesem Verhalten der Nerven bemerkt BURDACH nichts;
obschon es leicht ist, sich davon zu überzeugen, wenn man die Haut
in der angegebenen Weise in die zwei Lamellen spaltet und beide
genau untersucht. Liegt das Präparat der inneren Lamelle mit der
dem Körper des Thieres zugewendeten Fläche gegen den Beobachter
gekehrt (Fig. 2), so sieht man ein Stück des grossmaschigen Nerven-
netzes über dem Derma ausgebreitet und gewahrt eine grosse Menge
