	Ueber die Hautnerven des Frosches.	9

Verdoppelung stattzufinden scheint. Etwas Analoges zeigen die Ver-
ästelungen der Blutgefässe.
	Im Grunde mögen diese Dirnensionsverhältnisse keine wesent-
lichen Unterschiede bedingen, allein da sie auch an den Nerven
anderer Organe vorkommen, so muss ihrer doch als einer allgemeineren
Erscheinung Erwähnung geschehen.
	Bemerkenswerth sind auch die Winkel, unter welchen die Aeste
gegeneinander und gegen die Stammfibrille geneigt sind. Man findet
die grössten Verschiedenheiten: bald sind die Winkel stumpf, bald
spitz, bald nahezu 900. Auch kommen nicht selten Fälle vor, wo der
eine Ast in derselben Richtung fortläuft als die Stammfibrille. Wenn
in einem solchen Falle der erstere einen beinahe ganz gleichen Durch-
messer mit dem letzteren besitzt, der zweite Ast aber sehr dünn ist,
dann hat es ganz und gar den Anschein, wie wenn nur Ein Ast abge-
geben wurde; auch zweigt sieh der dünne Ast gewöhnlich unter einem
fast rechten Winkel ab.
	Haben die beiden Aeste dieselbe Dicke, so machen sie meist auch
gleiche Winkel mit der Stammfibrille.
	An eine eigenthumliche und besondere Beziehung zwischen der
Stärke der Fasern und der Grösse der Winkel darf man freilich kaum
denken, denn es scheint am Ende gleichgiltig und zufällig zu sein,
welche Neigung die Aeste haben, und sich bbs darum zu handeln,
dass dieselben überhaupt an denørt ihrer Bestimmung gelangen.
	Ich habe oben bemerkt, dass sich die dichotomische Verzweigung
an den entstandenen Aesten wiederholen könne; die Fig. 5, Fig. 6,
Fig. 8 und Fig. 2 liefern Belege dafür. In Fig. 5 kann man nicht im
Zweifel sein, dass sich der Ast A des Stammes N bei b' eben nur aber-
mals theilt; die in Fig. 6 und Fig. 8 dargestellten Verzweigungen
hingegen imponiren fast fur Anastomosen zwischen zwei selbständigen
Fibrillen, und zwar deshalb, weil die einzelnen Nerven (wenigstens in
Fig. 8) einen beinahe gleichen Durchmesser besitzen und unter fast
rechten Winkeln zusammenstossen.
	Es ist gewiss, dass man diese Verhältnisse sehr verschieden auf-
fassen kann, die wiederholte Theilung der Nervenfasern bleibt aber
als Fuetum unabänderlich stehen.
	Man kann z. B. bIos eine der freien Fasern (Fig. 8, A, B, C)
als mit den Centralorganen zusammenhängend annehmen und die
Übrigen in derselben Weise als Aeste erster und zweiter Ordnung
deuten, wie in Fig. 5; und sieht man in Fig. 5 von der verschiedenen
Dicke der Fasern ab und erklärt die Neigung derselben gegeneinander
für zufällig, so entsteht in der That ein ähnliches Bild, wie in Fig. 8-
