14 	lIeber die Hautnerven des Frosches.

zeugung, dass diese Verengerungen blo zufllig, und zwar durch die
Gerinnung des Nervenmarks entstehen. Die Varicositten der Hirn-
fasern sind etwas in gewisser Beziehung ganz Aehnliches. Es hlt
sie aber Niemand mehr fr die normale Gestalt. Ueberdes habe ich
einen Fall beobachtet, wo eine breite, doppelt contourirte Faser an
zwei Stellen (Fig. 6 a, b) Einschntirun zeigte, ohne dass abgehende
Aeste zu bemerken gewesen wren. Vllig unzweifelhaft wurde mir
die Ansicht fr die Nerven auf der Schwimmblase des Hechtes, welche
untersucht in vllig frischem Zustande, wenn sie noch einfache Um-
risse besassen, an den Theilungsstelien durchaus keine Verengerungen
wahrnehmen liessen. 	-
	Je weiter die Zersetzung des Nervenmarks fortschreitet, welche
durch verschiedene Reagentien noch beschleunigt werden kann, desto
tiefer werden die Einschnrungen und er erfolgt, namentlich bei den
feinem Fasern, endlich eine vllige Trennung der Aestchen von der
Stammfibrille. Dieser Vorgang entspricht dem Zerfallen der soge-
nannten sympathischen Fasern in lngliche Krnchen nach der
Einwirkung von Essigsure.
	Die Maschen des tiefen Plexus bestehen grsstentheils aus
dickeren Bndeln, in denen die Nerven so dicht bei einander liegen,
dass sie sich vllig decken; doch sind auch dnnere, aus wenigen
Fasern zusammengesetzte Bndel nicht allzuselten, ja es kommt
manchmal vor, dass einzelne Fasern, einen krzeren Weg nehmend,
mitten durch eine Masche ganz isolirt verlaufen (Fig. 6 NJ'). Die
beiden letztgenannten Flle eignen sich gut zur Beobachtung; aber im
ersten Falle wird man nicht oft und dann gewhnlich nur dort, wo die
Maschenste in einem Winkel zusammenstossen, und die Fasern in
verschiedenen Bahnen auseinanderlaifen, Gelegenheit haben, eine
deutliche Wahrnehmung zu machen. Dies ist min der Grund, warum
die Zahl der zu beobachtenden Theilingen in keinem Verhltuiss zu
der ungeheuern Menge der Primitivfascrn steht.
	Doch unbeschadet dieses Missverhltnisses kann die Theilung der
Primitivfasern als ein allgemeingiltig Gesetz fr die Hautnerven des
Frosches angesprochen werden; denn man muss nicht vergessen, von
welchem Gewicht hierbei eine sicheie, unzweifelhafte Beobachtung
(und es sind deren gewiss keine geringe Anzahl gemacht worden) sei,
und in welcher Ausdehnung etwa Schlisse per inductionern angewendet
werden drfen.
