	Ueber the Hautnerven des Frosches.	7

neuerlichst bestätigte und festgestellte Wahrheit der Theilung von
Primitivfasern bedeutend erweitert worden; - allein über das eigent-
liche peripherische Ende derselben, über das Structurverhältniss zwi-
schen den letzten Elementen der Nervensubstanz und dem Grundgewebe
der Organe, ist damit noch durchaus kein Licht verbreitet worden.
Die Frage hat sich im Gegentheile mehr verwickelt.
	Früher, wo die lJntheilbarkeit der Nerven als ein unantastbares
Gesetz galt, handelte es sich nur darum, ob die Nerven frei endigen
oder einfache Schlingen bilden; jetzt, nachdem man weiss, dass sich
die Primitivfibrillen in mehrere Aeste theilen können, muss entschieden
werden, ob einige oder alle Aeste einer Fibrille frei endigen oder
Schlingen bilden und in welcher Weise, ob nur Zweige derselben
Fibrille mit einander anastomosiren oder auch Zweige verschiedener
Fibrillen u. s. w.! Kurz, die Fälle, wie sich die Nerven in dell Organen
möglicherweise verhalten können, haben sich vermehrt - die Frage
ist verwickelter geworden.
•	Hier kann nur die directe gewissenhafte und sorgfältige Beobach--
tung	den Ausschlag geben. Freilich möchte man fast an dem Erfolge
von	Untersuchungen verzweifeln, welchen sich so grosse Schwierig-
keiten theils durch die Beschaffenheit der von den Nerven versorgten
Organe, theils durch die Qualität der Nervensubstanz selbst entgegen-
stellen. Konnten doch nicht einmal jene Forscher, die die Nerven im
elektrischen Organ der Rochen studirten, zu einem sichern Resultate
über	die eigentliche Art der Nervenendigung kommen, wo die günstig-
sten	äusseren Verhältnisse für die Beobachtungen stattfinden! Die
letzten dünnen Aestchen verloren sieh immer ohne bestimmt wahr-
nehmbare Grenze in der Grundsubstanz des betreffenden Organs und
machten so eine Entscheidung unmöglich.
	Auch ich war bis jetzt aus demselben Grunde nicht glücklicher
mit den Nerven der Schwimmblase des Hechtes (Esos lucius), auf
welcher ich im November 1848 Theilungen der Primitivfibrillen von der
überraschendsten Deutlichkeit und Ausdehnung entdeckte; obschon
die Untersuchung wegen des ganz isolirten Verlaufes der Nerven, der
Abwesenheit des Pigments und der geringen Menge und Durchsichtig-
keit der andern histologischen Elemente ebenfalls nichts weniger als
schwierig ist.
	Nach solchen Erfahrungen musste die Hoffnung um so geringer
sein, über die Hautnerven des Frosches etwas Erspriessliches an's
Licht zu fördern, als dieselben nur selten isolirt genug verlaufen, um
deutlich verfolgt werden zu können.
Allein der Wunsch, wenigstens die Theilung der Primitivfibrillen
