8 	Ueber die Hautnerven des Frosches.

an Hautstellen aus allen Regionen des Körpers nachzuweisen und
sicher zu stellen, liess mich die möglicherweise ganz fruchtlose Mühe
nicht scheuen, welche ich auf die vorliegende, wie mir scheint, nicht
ganz unwichtige Untersuchung verwendet habe.
	Die gesichten Nerventheilungen fand ich denn auch wirklich in
genügender Anzahl an den verschiedensten Hautpartieen. Ich bemerke
nur noch, dass ich alle meine Präparate einem gewiss competenten
Richter, Herrn Professor PURKYN, zur Beurtheilung vorgelegt habe,
der sich von der Richtigkeit der Deutung und Auffassung derselben
überzeugt hat, und gehe nun an die Beschreibung des Verlaufs und
des Verhaltens der Nervenprimitivfibrillen.
	Alle Primitivfasern der an die Haut tretenden Nervenstämmchen
zerfahren, sobald. sie dieselbe erreicht haben, in den tiefen Plexus,
nehmen an der Bildung mehrerer Maschen -Theil und werden so an
der innern Fläche iuer bestimmt grossen Hautstelle in verschiedenen
Krümmungen herumgeführt. Obwohl ich nun sehr häufig einzelne
Fibrillen uf bedeutende Strecken verfolgen und unter den übrigen
herauskennen konnte, so ist mir doch weder ein Zurücklaufen der-
selben in einen oder den andern Hautnervenstamm zu unterscheiden,
noch ein unzweifelhaft freies Ende zu entdecken gelungen.
	Ich wage nicht, eine Schlingenbilduiig der Nerven in der Haut
des Frosches nach diesen negativen Resultaten sofort zu. leugnen;
kann sie aber eben so wenig für eine ausgemachte Sache halten.
Ueberhaupt, wäre immer bedacht worden, dass, um von solchen
Schlingen der Nerven zu reden, der ganze Verlauf derselben klar
verfolgt und übersehen werden muss, so wären die Physiologen nicht
so freigebig mit » peripherischcn Umbiegungsschlingén der einfachen
Primitivfasern « beschenkt worden.
	Eine T Ii ei lung der Nervenfibrillen hingegen habe ich sowohl
an den dicken als an den dünnen mit völliger Sicherheit beobachtet
und will im Allgemeinen darüber Folgendes bemerken
	Ich fand bis jetzt nur eine dichotomische Verzweigung, welche
sich jedoch oft an den neu entstandenen Aesten abermals wiederholte.
Es schien ein doppelter Typus der Theilung vorzukommen, entweder
spaltete sich eine Fibrille in zwei Zweige von gleicher Stärke (Fig. 5,
A, B), oder der eine der Zweige war viel schwächer als der andere
(Fig. 7, N'). Man kann sich der Vorstellung kaum erwehren, dass
im letztem Falle die Stammfibrille in ihrem Verlaufe eben nur einen
Ast abgiebt und dann ihren Weg weiter verfolgt; während im ersten
Falle, wo die zwei Aeste von gleicher Dignität sind, eine eigentliche
