10 	Ueber die Hautnerven des Frosches.

oder man kann sagen, die Fasern N und N', Fig. 6, sind die zwei
Schenkel einer Endumbiegungsschlinge, aus welcher ein Aestchen
(N1) entspringt, das sich neuerdings dichotomisch theilt (N2 N3).
	Auch kann man hierin eine Anastomose zwischen zwei Endum-
biegungssehlingen sehen u s. w.
	Auch ich überlasse es Jedem, sich die Menge der möglichen
Deutungen auszudenken und kann nur wiederholen, dass die direete
Beobachtung noch keiner derselben die Sanction der Wirklichkeit
ertheilt hat.
	Das Wenige, was ich bisher über den Verlauf der Aeste feststellen
konnte, ist, dass dieselben entweder in den Maschen des tiefen Plexus
fortlaufen, ohne weiter verfolgt werden zu können, oder aber, und
zwar in den meisten Fällen, irgend ein in der Nähe befindliches Kanal-
eben im Derma aufsuchen, um auf diese Weise bis in die Schicht der
verfilzten Fasern zu gelangen. Im letztem Falle gehören dieselben
somit unter jene Fibrillen, welche ich oben durchtretende Nerven-
fasern genannt habe. 'Die beiden Aeste N2 und N3, Fig. 6, konnte ich
nach kurzem Verlaufe in die Kanälehen eindringen sehen und ihnen
bis auf die entgegengesetzte Seite des Derma nachgehen; ebenso ver-
hielten sich die Aestehen Fig. 2 bei d', d, d4, d und d6. In Fig. 2
und Fig. 9 habe ich mich bemüht, die unteren Mündungen der Kanalehen
	darzustellen (bei d, d' 	). Auch an senkrechten Durchschnitten
der Haut ist es mir gelungen, diesen Verlauf der Aestehen wahrzu-
nehmen (Fig. I bei b).
	Fig. 2 verdient noch besonders berücksichtigt zu werden, weil
daselbst die wiederholten Theilungen einer Faser (F) skizzirt sind,
welche so glücklich gelagert war, dass sie eine bedeutende Strecke
verfolgt und übersehen werden konnte. Die Nervenfibrille F giebt
vier Aeste (d1, d', d, db) ab und ich muss bemerken, dass in ihrem
weiteren Verlaufe innerhalb des Btindelchens B noch eine Theilung
mit aller Deutlichkeit zu erkennen war.
	Ueberhaupt kann man sieh durch die Betrachtung dieser Zeich-
nung (Fig. 2) und der schematischen Skizze Fig. 1 das eigenthümliche
Verhalten der Primitivfasern und ihrer Aeste lebhaft veranschau-
lichen. -
	So fragmentarisch und unvollständig meine Mittheilungen über
das Verhalten der Primitivfasern sind, so wird man nicht verkennen,
dass dieselben dennoch von einiger Bedeutung für die Physiologie des
Tastsinnes werden dürften. Ich erlaube mir bbs einige Andeutungen,
die eben für nichts weiter genommen sein wollen als für ein paar
gelegentliche Gedanken.
