32 	Verästelungen der Primitivfasern des Nervus acusticus.


Faser dar, welche sich bei a in drei Aeste spaltet, von denen. der mitt-
lere eine abermalige gablige Theilung zeigt.
	An einem der untersuchten Labyrinthe allein habe ich im Ganzen
acht Theilungen beobachtet. Der Durchmesser der Nervenfasern ist be-
deutend, bis /s25" und darüber; unter den Aesten massen mehrere /s25".
	Ueber die Methode der Untersuchungen will ich noch folgendes
bemerken.
	Labyrinthe in ganz frischem Zustande, aus den noch lebenden
Thieren herausgeschnitten, konnte ich nicht erhalten; immer waren seit
der Tüdtung des Thieres mit Einschluss der zeitraubenden Präparation
einige Stunden verflossen. Die feinsten Vertheilungen der Nerven fand
ich dann schon allemal alterirt und unkenntlich; die Contouren der
letzten Enden entzogen sich - wie auch WAGENER (Handwörterbuch
Bd. III, p. 389) bemerkt - oft plötzlich dem Blick. Die Theilungen
der Primitivfasern hingegen konnten an passenden Stellen, wo die
Nerven nicht zu dicht beisammen liegen, beobachtet werden.
	Lässt man das Labyrinth einige Zeit in einer concentrirten Koch-
salzlösung liegen, so hat dies - abgerechnet die Veränderung des
Nervenmarks - den Vortheil, dass durch die Entfernung der auf-
gelockerten inneren Epithelialschicht, welche sich abpinseln lässt, eine
grössere Durchsichtigkeit, wenigstens eine Verringerung der die Nerven
deckenden Elemente bewirkt werden kann.
	Ich habe noch eine andere Art der Behandlung des Gegenstandes
versucht, welche zwar keinen Aufschluss über die Art der Endigung
der Hörnerven zu geben im Stande war, weil wegen der erfolgten
Trilbung der Membran des Labyrinths die Verzweigungen der Nerven
zerfasert werden mussten und hierdurch aus ihrem natürlichen Zusam-
menhange gebracht wurden, welche aber einerseits die Theilung der
Nervenfibrillen auf die eclatanteste Weise bestätigte, andererseits ein
fur die Theilung der Nervenfibrillen überhaupt wichtiges Verhältniss
mit grosser Sicherheit erkennen liess.
	Diese Behandlungsart besteht darin, dass das Labyrinth längere
Zeit in eine Sublimatsolution gelegt wird. Das Sublimat besitzt näm-
lich, wie Professor PURKIN entdeckt und mir vor geraumer Zeit
mitgetheilt hat, die, ausgezeichnete Eigenschaft erstens, den Axen.-
cylinder der Nervenfasern zu härten, und in einen consistenten,
elastischen Faden zu verwandeln, welcher einer, mit der Zerfaserung
verbundenen Zerrung oder möglichen Zerreissung in gewissen Grenzen
sehr gut widersteht'); und zweitens, die Markscheide in ihrer ehe-
1 Ich kann eine besonders auffallende Beobachtung an einem Stück des
Rückenmarks des Störs, welches längere Zeit in Sublimat gelegen hatte, als 
einen
