	Vorlufige Mittheilungen ber die Schwimmblase von Esox lucius.	39
Schlingen zwischen ein und derselben oder verschiedenen Primitiv-
fibrillen stattfinden sollten, dieselben nur zwischen den Aesten letzter
Ordnung vorkommen knnten. - Jede dieser doppelt contourirten,
breiten Primitivfasern beherrscht durch ihre Aeste ein ansehnliches
Stck der Oberflche der Schwimmblase.
	d) Die dnnen Nervenfasern, deren Bndelchen schmale, aber
lange Maschen bilden, fand ich am zahlreichsten auf dem vorderen
Dritttheil der Schwimmblase. - Die dicken Nervenfasern verbreiten
sich mit ihren Aesten hauptschlich in dem Raume zwischen der
Anheftungslinie der Schwimmblase an die Rippen und der Ursprungs-
lithe des Mesenteriums der Genitaldrsen.
	c) Die dnnen Nerven laufen im Allgemeinen in der Lngsaxe,
die dicken in der Qucraxe der Schwimmblase, obschon es auch zu-
weilen vorkommt, dass ein dnnes Aestchen der letzteren sieh auf
weite Strecken (4-5 min', an ein Bndelchen dnner Fasern anschliesst.
Die dicken Nervenfasern findet man am leichtesten, wenn man in der
Anheftungslinie der Schwimmblase an die Rippen sucht, indem die-
selben wahrscheinlich aus den Intercostalnerven kommen und von der
Seite her an die Schwimmblase treten.
	f) Dass die beschriebenen dicken und dnnen Nervenfasern,
welche sieh in so vielen Punkten von einander unterscheiden, nicht
derselben Qualitt sein knnen, dass sie vielmehr verschiedene
Functionen haben mssen, ist wohl als gewiss anzunehmen. Hiernach
wren entweder die dicken Fasern sensitiv und die dnnen moto -
risch oder umgekehrt. Im ersten Falle wrde ein solennes Beispiel
von der Theilung sensitiver Fasern vorliegen, im zweiten Falle die
Versorgung vegetativer Muskelfasern durch breite, dop-
elt contourirte Nervenfibrillen constatirt werden. Ich entscheide
mich fr die sensitive Natur der dicken und die motorische der dnnen
Nervenfasern, indem dieser Ansieht keine der bis jetzt bekannten That-
sachen widerstreitet. 	-
Wrzburg', den 29. October 1849.
