﻿38 Vorläufige Mitlheilungen über die Schwimmblase von Esox lucius.
Diese, wenn auch wenig zahlreichen Versuche beweisen dennoch, dass die Contractilität eine Eigenschaft sei, die nicht einzig und allein der Schwimmblase des Hechtes zukomme und berechtigen zu der Frage: ob etwa alle Schwimmblasen, auch jene ohne Ductus pneuma-ticus, contractil oder, was dasselbe ist, ob die Muskelfasern ein wesentlicher Bestandteil j eder Schwimmblase seien ?
Welche Bedeutung die Contractilität für diese Organe haben dürfte, ist nicht so einleuchtend, als es auf den ersten Blick erscheint, wenn man erwägt, wie gering die hier vorhandenen Muskelkräfte sind. Es ist kaum daran zu denken, dass z. B. die dünne Muskelschicht der Schwimmblase des Hechtes im Stande sei, das Lumen derselben auf Null zu reduciren. Was für eine Function sollen aber diese Muskelfasern sonst haben als die, die Cajacität der Blase zu verringern '?
3. Die Untersuchung der Nerven der Schwimmblase des Hechtes ist sehr lohnend und verhältnissmässig sehr leicht. Ich habe zwei Wege der Präparation versucht : entweder schnitt ich aus einer frischen Blase ein beliebig grosses Stück heraus und behandelte es, nach Entfernung der Schleimhaut, mit Essigsäure, oder ich legte eine ganze Schwimmblase in Sublimatlösung und zog nachher eine Partie des Bauchfells sammt der darunter liegenden Muskelschichte von der fibrösen Haut herab. In beiden Fällen, namentlich im letzteren, lässt die Durchsichtigkeit des Präparates kaum etwas zu wünschen übrig und die Nerven sind mit der grössten Deutlichkeit zu verfolgen.
a Man findet zweierlei Arten von Nervenfibrillen, die sich sowol durch ihre mikroskopischen Eigenschaften und durch die Menge, in der sie Vorkommen, als durch ihre Verbreitungsweise unterscheiden :
b Die Einen sind sehr dünn, von einfachen Contouren, zahlreich, und verlaufen in mehr oder weniger starken Bündelclien, die ein gross-mascliigcs Netz bilden und von denen sich nur dann und wann eine oder mehrere Primitivfibrillen abzweigen, um sieh spurlos zu verlieren oder an ein anderes Bündelclien anzulegen.
c) Die Anderen haben einen sehr bedeutenden Durchmesser, doppelte Contouren, verlaufen meist ganz einzeln, sind nicht sehr zahlreich, verästeln sich aber um so häufiger. Es giebt wenige Objecte, an denen man sich so evident und leicht von einer oft wiederholten Theilung der Nervenprimitivfibrillen überzeugen kann als hier eben. Jede solche Primitivfibrille theilt sich meist dichotomisch in immer feinere Aeste, welche sich endlich der Beobach tung entziehen, sodass die Endigungsweise auch dieser Nerven im Dunkeln bleibt. So viel stellt jedoch fest, dass wenn hier