Vorlufige Mittheilungen ber die Schwimmblase von Esox lucius. :7

	2. Nachdem ich auf die angegebene Weise die Contractilitt der
Schwimmblase direct nachgewiesen hatte, handelte es sich darum, die
histologischen Elemente zu finden, die als Trger dieser Eigen-
schaft anzusehen wren. - Die mikroskopische Untersuchung ergab,
ganz entsprechend dem vegetativen Charakter der hervorgerufenen
Zusammenziehungen ein Vorhandensein einer grossen Menge von
vegetativen (glatten) Muskelfasern (contractilen Faserzellen;
KLLIKER), welche zwischen dem Bauchfellberzuge und der ussern
Oberflche der fibrsen Haut der Schwimmblase eine dnne Schichte,
bilden. Dieses Stratum musculare kann mit dem Bauchfell als ein
zartes, blass graurthlich durchscheinendes Hutchen in beliebig
grossen Stcken abgezogen und isolirt werden.
	Uebereinstimmend mit der queren Lage der Einschnrungen erwies
sich ferner der Verlauf der Muskelfasern gleichfalls als ein querer,
ausgenommen in der Gegend der Insertionsstelle des Ductus pneumaticus,
wo dieselben - abermals im besten Einklang mit der Richtung der
dort erzeugten Furchen - wie die Radien in einem Halbkreise um
einen, einige Linien unterhalb des Ductus pneumaticus befindlichen
Punkt angeordnet erschienen.
	Auf der den Nieren zugewendeten Flche der fibrsen Lamelle
der Schwimmblase konnte ich keine Muskelfasern entdecken.
	Die Mchtigkeit der Muskelschicht nimmt vom Kopfende der Blase
gegen das Schwanzende hin immer mehr und mehr ab.
	Nach dem Allen kann wohl kein Zweifel obwalten, dass die durch
das Mikroskop nachgewiesenen, in ihrem histologischen Charakter mit
den vegetativen Muskelfasern bereinstimmenden Faserelemente der
Schwimmblase contractiler Natur sind, und dass ihre Zusammen-
ziehung die Entstehung jener zu beobachtenden Einschnrungen be-
dinge. - Vor Kurzem habe ich die oben angefhrten Reizversuche mit
Herrn Prof. KLLIKER wiederholt und wir erhielten im Wesentlichen
dieselben Resultate.
	Nebst der Schwimmblase von Esox lucius wurden auch jene von
Chondrostoma Nasus, Abramis Brama, Barbus fluviatilis u. A. dem elektri-
schen Reize ausgesetzt. Es fand sich, dass nur die hintere Abtheilung
der Schwimmblase dieser Fische, in welche der Ductus pneumuticus
einmndet, Coutractilitt besitze. Bei Barbus fluviatilis waren quere
Einschnrungen unverkennbar; bei Ch. Nasus und Abr. Brania hin-
gegen beschrnkte sich die Erscheinung bios auf eine lokale Runzelung
zweier durchscheinenden muskulsen Streifen, die bei ersterem spira-
lig, bei letzterem parallel mit der Lngsaxe, obwohl etwas nach hinten
ausgebogen, in dem fibrsen Gewebe verlaufen.
