﻿Beiträge zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne.
II
Substanz einzuschneiden scheinen, in entsprechende ringförmige Wülste abgetheilt und erscheint in Folge dessen als eine Schichte von sehr ungleichmässig wechselnder Mächtigkeit, woraus auf eine Störung der Function des Schmelzorgans während der Bildung des Zahnes geschlossen werden darf. Die Breite der Wülste, welche am häufigsten am unteren Tlieile des Schmelzes Ins 4, 5 . . . an Zahl Vorkommen, beträgt oft den dritten Theil einer Linie und darüber. Diese Formen, die an übrigens ganz gesunden und normalen Zähnen zu linden sind, machen den Uebergang zu den krankhaften Bildungen des Schmelzes.
Weder die innere, noch die äussere Oberfläche des Schmelzes ist glatt und eben. Die erstere zeigt kleine, durch vorspringende Bündel von Prismen gebildete , rundliche Höcker und papillenartige Erhabenheiten und diesen entsprechende Vertiefungen, welche in allen Abstufungen — bald auffallend entwickelt, bald ganz verstrichen — zu finden sind : die letztere lässt neben geringen unregelmässigen Unebenheiten fast immer noch ein besonderes System von feinen, sehr zahlreichen, regelmässigen Furchen und Wülstclien erkennen, auf welche ich schon oben als eine Spur des eigenthümliehcn normalen Ablage-rungsprocesses der Schmelzsubstanz zum Unterschiede von den beschriebenen groben Furchen und Wülsten, die nur der Ausdruck eines gestörten, veränderten Bildungsprocesses sind, hingewiesen habe.
Natürlich sucht man an alten, überhaupt an abgenutzten Zähnen häufig vergebens nach dieser zierlichen Zeichnung, wenigstens an jenen Theilen der Krone, welche durch die mechanischen Einflüsse beim Geschäfte des Kauens am meisten leiden. Auffallend ist aber der Umstand, dass ich die regelmässig wulstige Beschaffenheit der Schmelzoberfläche an den ersten oder sogenannten Milchzähnen niemals entdecken konnte, dass somit dieselbe ein charakteristisches Zeichen für die zweiten oder bleibenden Zähne zu sein scheint, aus welchem auf eine Verschiedenheit in der Ablagerung des Schmelzes der bleibenden und der vorläufigen Zähne zu schliesscn wäre. Uebrigens muss ich, um Missverständnissen vorzubeugen, gleich hier bemerken, dass an der Krone der Milclizälme, an denen der Schmelz noch nicht völlig gebildet, noch nicht in seiner ganzen Dicke abgelagert ist, auch ein System von Streifen in die Augen fällt, welches jedoch von dem in Bede stehenden wohl zu unterscheiden ist und erst später gewürdigt werden wird.
Was nun die Furchen und Wülste auf der äusseren Oberfläche des Schmelzes näher betrifft, so ist zu bemerken, dass sie gerade oder wellenförmig hin und lier gebogen, aber stets in querer Richtung an dem Schmelz rings herum und in sich selbst zurück laufen. Sie be-