﻿Beiträge zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne.
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der äusseren Contour des Schmelzes unterbrochen werden. Combiniren wir beide Anschauungen, so werden wir leicht erkennen, dass die gefärbten Schichten, welche auf dem Durchschnitt sich als Farbenlinien darstellen, die Gestalt von hohlen Kegeln haben, deren abgestutzte Spitzen an die innere Schmelzoberfläche stossen, deren Basen aber bis an die äussere Schmelzoberfläche reichen. Die Flächen, welche man durch die abgestutzten Spitzen sowohl, als durch die Basen legen kann, entsprechen natürlich nicht immer genau den Querschnittsebenen der Zahnkrone ; denn sonst dürften auf Querschliffen die in sich selbst zurücklaufenden Streifen nicht excentrisch liegen und nicht, wie so häufig geschieht, durch die äussere Contour des Schmelzes unterbrochen werden.
Was die Ursache dieses Verhaltens des Schmelzes gegen das Licht sei, lässt sich in den meisten Fällen vorläufig nicht angeben. Die letzten Ursachen bestimmter Färbungen sind ja überhaupt noch nicht genau ermittelt. Nur in einigen wenigen Fällen glaube ich mich überzeugt zu haben, dass die beschriebenen Streifen nicht immer von einer eigentümlichen physikalischen oder chemischen Beschaffenheit des Schmelzes lierrtihren, sondern dass sie manchmal auch durch sehr zahlreiche, dünne Schmelzcanälehcn, welche in einer dichten Leihe angeordnet sind, bedingt werden. —
B. Von der Zahnsubstanz.
Die Histogenèse der Zahnsubstanz [Substantia dentalis sen hdmlosa) ist leider noch sehr wenig gekannt und kaum in ihren Grundlinien skizzirt.
Wie sich die Gewebtheile der Pulpa zu einer festen, structurlosen, von mannigfach verästelten Röhrchen durchzogenen Substanz umwandeln ; auf welche Weise namentlich die Zahncanälchen sich herausbilden; was mit den in allen Theilen der Pulpa ausgebreiteten Gefässen während der mit der fortschreitenden Bildung der Zahnsubstanz parallel gehenden Verkleinerung der Pulpa geschieht u. s. w. ; dies sind lauter Fragen, welche noch nicht als ausgemacht und genügend beantwortet angesehen werden können. So sehr ich gewünscht Hätte, zur Ausfüllung dieser Lücke Etwas beizutragen, so musste ich doch aus Mangel an hinreichendem Material auf den Versuch einer vollständigen Darstellung der Entwicklungsweise der Zahnsubstanz verzichten und mich vorläufig nur damit begnügen, einige Structurverhältnisse derselben, welche bisher noch nicht genügend gewürdigt wurden, einer genauem Untersuchung zu unterwerfen. —