﻿Beiträge zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne.
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einhergehen, sehr leicht einem bedeutenden Drucke ausgesetzt werden kann, welcher unter anderen Verhältnissen durch die Möglichkeit, dem Drucke des Exsudats auszuweichen, vielleicht sehr gering sein würde, — und dann auf die Leichtigkeit des Zustandekommens von Erschütterungen in so starren, harten Körpern, wie die Zahnsubstanzen, und die besondere Leitungsfähigkeit derselben für gewisse Reize. Als Beispiel für den letztem Umstand führe ich das bekannte Factum an, dass man zwischen den Zähnen die feinsten Sandkörnchen mit Leichtigkeit bemerkt, während dieselben zwischen den Fingern kaum eine erhebliche Empfindung verursachen können.
Die Empfindlichkeit eines sensitiven Organs hängt wesentlich allerdings nur vou der absoluten Menge der sensitiven Nervenprimitiv-fibrillen ab ; allein es ergiebt sich aus dem Gesagten, dass die Structur und Beschaffenheit des Organs in verschiedner Weise modificirend auf diese Eigenschaft ein wirken kann.
Die Bestimmung der Zähne ist, als Werkzeuge zur Verkleinerung der Speisen zu dienen. Die reiche Ausstattung dieser mechanischen Werkzeuge mit sensitiven Nerven lässt aber vermuthen, dass sie beim Acte des Kauens noch eine andere Rolle spielen werden, und dies ist auch wirklich der Fall. Die Zähne gehören nämlich mit zu den zahlreichen Organen des Tastsinnes es sind gleichsam colossal entwickelte Tastpapillen und vermitteln verschiedene sinnliche Wahrnehmungen. Sie haben deshalb auch — gleich den übrigen sensitiven Vorrichtungen in der Mundhöhle — noch die Bestimmung, die Thätigkeit. der motorischen Apparate beim Kauen mit beherrschen und zweckdienlich regu-liren zu helfen. Der Act des Kauens ist ein sehr zusammengesetzter, obschon der blos mechanische Theil desselben ganz einfach ist. Die motorischen Vorrichtungen allein ohne die sensitiven Apparate der Mundhöhle könnten keine zweckmässige Verkleinerung der Speisen zu Stande bringen, und zwar schon darum, weil sie überhaupt gar nicht in Thätigkeit gesetzt würden, wenn wir nicht durch die sensitiven Nerven belehrt würden, dass sich Speisen im Munde befinden. Es ist elien die Function der sensitiven Apparate, also auch der Zähne, uns während des Kauens über die Lage und Beschaffenheit der Speisen in Kenntniss zu setzen und zu erhalten, wodurch dann der Kraftaufwand und die Art der Bewegung der Zunge, des Unterkiefers und der anderen hierher gehörigen beweglichen Theile bestimmt wird.
Damit die Zähne als Tastwerkzeuge wirken und überhaupt Empfindungen vermitteln, müssen die Nerven der Pulpa gereizt werden. Die Nerven, welche ich im Zahnperiost gefunden habe, will ich vorläufig gar nicht in Rechnung bringen, indem Versuche über die Empfindlich-