	Beitrge zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zhne.	43

welchen die Schmelzprismen auszufllen haben; es ist nun zu unter-
suchen, auf welche Weise dies Letztere geschieht, d. h. in welcher Art
sich die Schmelzprismen aneinander reihen und zu einem Ganzen ver-
binden.
	Man studirt die Faserung des Schmelzes an hinreichend dnn ge-
schliffenen Durchschnitten, welche in verschiedener Richtung durch die
Zahnkrone gefhrt werden, und kommt, indem man die einzelnen
Bilder combinirt, schliesslich zu einer Totalanschauung derselben. Es
sind nicht bbs fertige, entwickelte Zhne zu untersuchen, sondern
namentlich auch in der Entwickelung begriffene, an welchen manche
Verhltnisse besonders leicht und deutlich zu erkennen sind.
	Man wird sich auf diese Art bald berzeugen, dass der Schmelz,
wie seit den trefflichen Arbeiten von PURKINe und RETzius allgemein
angenommen wird, aus einer beraus grossen Menge von einzelnen
Fasern - den sogenannten Schmelzprismen - wirklich bestehe; allein
man wird auch oft genug Prparate bekommen, an welchen der Schmelz
ganz oder zum Theil als eine durchscheinende, unregelmssig streifige,
fast structurlose Masse erscheint, und die Existenz der Schmelzprismen
problematisch werden knnte. Die Unvollkommenheit des Schliffes it
in manchen Fllen Schuld daran; oft findet sich dies Verhalten aber
an ganz gelungenen Prparaten. Im ersten Falle kommen die Prismen
nach Bepinselung des Schliffes mit sehr verdnnter Salzsure gewhn-
lich doch zum Vorschein. Durch diese Behandlung treten zugleich an
den Prismen die bekannten Querstreifen, welche brigens hufig auch
ohne dieselbe vollkommen klar zu erkennen sind, sehr deutlich hervor
und geben ganzen Partieen der Schmelzprismen das Ansehen von aid-
malen Muskelfasern. Diese Querstreifen machen licht immer denselben
Eindruck; sie sind bald scharf, fein und eng zusammengedrngt, bald
breiter, schattenhnlich und weiter von einander abstehend, und es
scheint ihr Auftreten nicht immer durch gleiche Momente bedingt.
Tragen die Querstreifen den ersten Charakter, so knnen sie vielleicht
als Ausdruck des schichtenweisen Verirdungsprocesses der Schmelz-
prismen angesehen werden; haben sie die letzteren Eigenschaften, so
lassen sie sich wohl - hnlich wie die Querstreifen der Muskelbndel
	durch die varicse Beschaffenheit, welche ich an manchen Schmelz-
prismen gesehen habe, erklren.
	An den Schmelzprismen, welche, wie man wenigstens vermuthet,
durch eine besondere Zwischensubstanz zusammengehalten und zusam-
mengekittet werden und als einzige erkennbare histologische Elemente
in ihrer Gesammtheit die Substantia adamantina dentium darstellen,
kann man ein centrales und ein peripherisches Ende, eine centrale,
