	Beitrage zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne.	57
Punkten, erstens längs der Grenze zwischen der Zahnsubstanz und
dem Cement, und zweitens dort, wo die Schichten, in welchen die
Zahnsubstanz abgelagert wird, an einander stossen. An beiden Fund-
orten sind die Interglobularräume im Wesentlichen ganz gleich; nur
darin unterscheiden sie sich einigermaassen, dass die Kugeln, welche
sie begrenzen, nicht gleich gross sind. Ich habe oben bemerkt, dass
die Kugeln gegen die Peripherie der Zahnsubstanz an Durchmesser
im Allgemeinen abnehmen. Daher müssen die Interglobularräume an
der Grenze zwischen Zahnsubstanz und Cement von kleineren Kugeln
begrenzt werden und überhaupt cet. par. kleiner sein, als jene, welche
mehr gegen die Mitte der Zahnsubstanz vorkommen. Ich habe (Taf. 7),
Fig. 5 eine Abbildung von den Interglobularräurnen an der Grenze
zwischen der Zahnsubstanz und dem Cemente gegeben; sie stellen sich
als kleine, unregelmässig zackige Höhlen dar, welche deutlich durch
das Auseinandertreten von kleinen (bis 3/ Wiener Linie im Durch-
messer haltenden) Kugeln der Grundsubstanz entstehen, und haben
auf dem Durchschnitt einige Aehnlichkeit mit verkümmerten Knochen-
körperchen, für welche sie auch gehalten wurden. Sie bilden meist
ein zusammenhängendes Stratum rings um die Zahnsubstanz herum
und grenzen nach aussen an die oben erwähnte structurlose Lamelle,
welche zwischen Cement und Zahnsubstanz eingeschaltet gefunden
wird. Betrachtet man (las Stratum dieser Interglobularräume auf
einem Flächenschliff, so bemerkt man, dass sie öfter in bestimmten
Absätzen dichter stehen, und erkennt diese• Anhäufungen mit unbe-
waffnetem Auge als quer um die Zahnsubstanz laufende, durch die
dünne Cementlage durchschimmernde weisse Linien. Am ausgezeich-
netsten sah ich die beschriebenen interglobularräume an einem Prä-
parat von einem leider nicht näher bestimmten Thierzahne, welches
sich in der Sammlung der Würzburger mikroskopischen Anstalt be-
findet (vgl. Taf. 7, Fig. 6).
	Was die grösseren Interglobularräume betrifft, so liegen dieselben,
wie gesagt, meist in Gruppen beisammen, welche mit der Schichtung
der Zahnsubstanz in Beziehung stehen.
	(Taf. 6) Fig. 3 und (Taf. 7 Fig. 4 habe ich einige abgebildet;
doch sind es nicht von den grössten.
	Man sieht (Fig. 3), wie die Zahnkanälehen von den Hohlräumen
in ihrem Laufe unterbrochen werden. Die begrenzenden Kugeln,
weiche von den Zahnkanälchen von innen nach aussen quer durch-
6 bis X
bohrt werden, sind oft von sehr ungleicher Grösse	und in
bedeutender Anzahl vorhanden.
