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Beiträge zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne.
einen Zahn der Länge nach in zwei Hälften, schleife die Schnittfläche glatt und betrachte mit einer Loupe die neu entstandene Kante, wobei man zu gleicher Zeit die Durchschnittsfläche und die äussere Oberfläche des Schmelzes übersehen wird. Bei gehöriger Beleuchtung erscheinen dann die Streifensysteme beider Flächen auf einmal, und man wird die Ueberzeugung gewinnen, dass dieselben in wesentlicher Beziehung mit einander stehen, indem sic eigentlich blos ein verschiedener Ausdruck eines und desselben Structurverhältnisses sind und wesentlich durch dieselben Ursachen bedingt werden. Demgemäss machen die den auf einander folgenden Schichten der quer und längs durchschnittenen Prismen entsprechenden Streifen, welche an Längsschliffen beobachtet werden, ganz denselben Wechsel von Dunkel- und Hellsein durch, wie die Streifen an dem Flächenschnitte, wenn man das Präparat dem auffallenden Lichte auf die oben beschriebene Weise durch allmähliche Drehung unter verschiedenen Winkeln entgegensetzt. Man sieht die Streifen dann am deutlichsten, wenn man sie der Richtung der Lichtstrahlen parallel stellt; dreht man den Oberhäuser’sehen Objecttisch um 00 °, so verschwindet die Zeichnung so ziemlich ganz, und das Object erscheint gieielimässig erleuchtet; dreht man um weitere 90°, so kommt die Streifung wieder zum Vorschein, allein, so zu sagen, als negatives Bild. Die Streifen, die früher dunkel waren, sind jetzt hell, und umgekehrt. Eine weitere Drehung um 90° macht die Streifung wieder verschwinden, welche schliesslich jedoch abermals, und zwar ganz so, wie vor der Drehung, auftritt, wenn der Kreisbogen vollendet wird.
So ist dies wenigstens gewöhnlich der Fall ; doch können natürlich durch eine besondere Anordnung der Prismen Abweichungen von diesem Schema bedingt werden.
Es ist übrigens nicht nothwendig, die beschriebene Erscheinung unter dem Mikroskope zu beobachten ; es genügt, wenn man sich mit dem Zahn in der Hand an’s Fenster stellt und eins der beiden Streifen-systeme mit der Loupe betrachtet, und dann seine Stellung gegen das Licht verändert. Schliesslich will ich noch bemerken dass man sich das Fixiren eines oder mehrerer Streifen sehr erleichtert, wenn man mit Dinte oder auf irgend eine andere Weise die betreffende Stelle markirt.
Nachdem ich hiermit eine möglichst klare Darstellung der Richtung, des Verlaufs und der Anordnung der Schmelzprismen, mit einem Worte, der Faserung des Schmelzes zu geben versucht habe, will ich noch einige Bemerkungen über die Hohlräume und Kanälchen im Schmelze, sowie über die Färbungen des Schmelzes hinzufügen.