﻿Beiträge zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne.
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oder sie endigen frei, und dann laufen sie bald fein aus, bald münden sie in verschiedene Hohlräume ein. Tn der Krone gelten sie häufig in die Schmelzräume über Fig. 3'; es lässt sich wenigstens die Contour des Zalmröhrchens unmittelbar, ohne Unterbrechung, in die des Schmelzkanälchens verfolgen. In dem übrigen Theile der Zahnsubstanz stehen sie aber tlieils mit den Interglobularräumen an der Grenze zwischen Zahnsubstanz und Cement in Verbindung (Fig. 5), oder sie erstrecken sich noch weiter in das Cement hinaus und treffen auf die Ramificationen der Knochenkörperchen.
Es ist offenbar zu weit gegangen, die freien Endigungen der Zahnröhrchen der Idee einer regelmässigen Circulation des Zahnsaftes zu Liebe durchweg zu läugnen, und überall Anastomoseu zu selten, welche zur Durchführung dieser Idee in so ausgedehnter Weise nicht einmal unumgänglich nothwendig sind. Wahr ist es allerdings , dass die Anastomoseu der Zahnröhrchen bis in die neueste Zeit zu wenig berücksichtigt wurden. Schliesslich muss ich noch an das schon oben erwähnte Verhalten der Röhrchen zu den grossen Interglobularräumen erinnern, welche die Continuität derselben unterbrechen und in unmittelbarer Verbindung mit ihnen stehen.
Das Zahnbein wird also nach dem Mitgetheilten von einem fast in allen Theilen zusammenhängenden Röhren- und Höhlensysteme durchzogen, welches ohne Zweifel zur Leitung des Ernährungssaftes und nicht zur Aufbewahrung freier erdiger Restandtheile bestimmt ist.
Man hat die Vermuthung ausgesprochen, dass die Circulation der Ernährungsflüssigkeit in diesem zusammenhängenden Gefässsysteme ähnlich vor sich gehen möge, wie jene des lllutes in den Arterien, Ca-pillaren und Venen. Betrachtet man jedoch die gegebenen Verhältnisse näher, so muss man gestehen, dass durchaus keine Anhaltspunkte zur strengen Durchführung einer solchen Annahme vorhanden sind. Es dürfte namentlich schwer zu begreifen sein, durch welche Kräfte eine regelmässige Fortbewegung und Stromrichtung der Flüssigkeit bedingt werden solle. Man könnte zwar glauben, dass durch das rhythmische Anschwellen der Pulpa während der Systole ihrer arteriellen Gefässe auch eine rhythmische Bewegung in der Flüssigkeit hervorgerufen werden müsste ; allein erstlich ist zu bedenken, dass der Unterschied der Blutanfüllung während der Systole und Diastole in so kleinen Arterien, wie in denen der Pulpa, kein erheblicher sein wird, und zweitens sind durch die starren, dem Luftdruck widerstrebenden Wandungen der Zahnröhrchen so eigenthtunliche physikalische Verhältnisse gesetzt, dass man denselben erst volle Rechnung tragen müsste, bevor man das rhythmische Anschwellen der Pulpa -als ein bewegendes