﻿Beiträge zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne.
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Die äussere Oberfläche des Cements ist nicht ganz glatt und eben. Manchmal lässt sie, ähnlich wie die äussere Schmelzoberfläche, eine regelmässig wulstige, mikroskopisch untersucht aber wohl immer eine körnige Beschaffenheit deutlich erkennen. —
D. Von den Nerven.
Die Nerven, welche für die Zähne bestimmt sind, stammen bekanntlich aus dem Nervus trigeminus und treten durch die kleinen Löchelchen an der Wurzel der Zähne in die Keimhöhle ein, um sich in der Pulpa zu verbreiten. Die Blutgefässe begleiten die Nerven in grosser Anzahl und lösen sich an der Oberfläche der Pulpa in ein reiches Capillar-netz auf.
Um den Verlauf und die Anordnung der Nerven zu studiren, bricht man die Keimhöhle vorsichtig auf und nimmt dann mit möglichster Schonung, ohne gewaltsames Zerren, die ziemlich lose in der Keimhöhle liegende Pulpa heraus.
An einem frischen Präparate findet man die Cfefässe gewöhnlich sehr schön mit Blut injicirt und kann wegen der Menge derselben kaum etwas von den Nerven unterscheiden. Es ist daher noth wendig, ein Reagens anzuwenden, welches die Grundsubstanz der Pulpa durchsichtig und die Blutgefässe verschwinden macht, sowie das Blut entfärbt.
Essigsäure taugt hierzu gar nichts, weil nach ihrer Einwirkung eine Menge Kernbildungen auftretcn, welche auf der einen Seite soviel schlecht machen, als auf der andern Seite durch die Essigsäure verbessert wird. Als ein dem Zwecke entsprechendes , sehr vorzügliches Mittel ist hingegen eine mehr oder weniger gesättigte Natronlösung zu empfehlen. Dieses auf der Würzburger Mikroskopie sehr häutig angewendete Reagens hat die Eigenschaft, nicht nur die Grundsubstanz der Pulpa vollkommen durchsichtig, sondern auch die bluterfüllten Gefässe ganz und gar verschwinden zu machen, die Nerven hingegen nicht alsogleich anzugreifen, obschon dies nach längerer Einwirkung und bei stärkeren Concentrationsgraden endlich doch geschieht. Man hat aber immerhin Zeit genug, die Ausbreitung der Nerven, welche mit überraschender Klarheit hervortreten, hinreichend genau zu verfolgen und zu durchsuchen. Härtungsversinke mit Sublimat, wie ich sie an anderen Orten mit gutem Erfolg häufig angewendet habe, führten liier nicht zum Ziel, weil die Substanz der Pulpa sehr undurchsichtig wurde und, trotz aller angewendeten Mittel, blieb. Vorläufig ist das Natron das beste Reagens, um die Nerven der Pulpa sichtbar zu machen.