﻿Beiträge zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne.
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Die Anordnung und das Verhalten der Nerven in der Pulpa ist lange nicht so einfach, als man sich bisher vorgestellt hat. Was zunächst die Anordnung betrifft, so treten die Primitivfasern, in viele Bündelclien gesondert, in die Pulpa ein und verlaufen gerade gestreckt von unten nach oben gegen die Spitze. Die Bündelclien sind von ver-schiedner Stärke; manche unter ihnen enthalten blos zwei bis drei Fasern ; auch einzelne Primitivfibrillen sieht man häufig in der Richtung der Bündel verlaufen.
Im Allgemeinen sind die stärkeren Bündel mehr central, die schwächeren mehr peripherisch angeordnet. Nicht selten findet zwischen den einander näher gelegenen Bündeln ein Austausch der Fasern statt, so dass dadurch eine Art von langmaschigem Plexus entsteht ; doch ist es für die Nerven der Pulpa charakteristisch, dass sie lange Strecken ganz isolirt verlaufen.
Verfolgt man die Bündel weiter, so sieht man, dass sie sich schliesslich in ein wirres Nervengeflecht auflösen, welches ganz oberflächlich , in den äussersten peripherischen Schichten der Pulpa liegt und an Mächtigkeit nach unten abnehmend bis über die Mitte der Pulpa herabsteigt. Die Nervenfasern laufen da sehr unregelmässig, in mannigfachen Biegungen durch einander.
Die mehr peripherisch gelegenen Bündel tragen hauptsächlich zur Bildung des untern und mittlern Abschnittes der oberflächlichen Ner-venverbreitung hei, die mehr central gelegenen zur Bildung des obern Abschnittes.
Dies wäre ein allgemeines Schema der Verbreitungsweise der Nerven in der Pulpa, aus dem man ersieht, dass die Nerven nicht brevi manu an die Peripherie treten, sondern dass ihre eigentliche Endverbreitung erst dann stattfindet, wenn sie an der Bildung eines mehr oder weniger deutlich ausgesprochenen central gelegenen Plexus Theil genommen haben.
Das Verhalten der Nerven innerhalb dieses allgemeinen Schema’s ihres Verlaufs ist folgendes. Die Primitivfibrillen verjüngen sich nach und nach und erscheinen, nachdem sie in das oberflächliche Netz getreten sind, blass contourirt. Theilungen der Primitivfasern kommen an verschiedenen Punkten vor. Ich habe wiederholte Theilungen der Zahnnervenfasern nicht nur beim Menschen, sondern auch beim Schwein, bei der Katze, dem Hunde und dem Kalbe beobachtet.
Ueber die eigentliche peripherische Endigung der Nervenfasern kann ich nichts Genaues angeben; von der Existenz der so häufig beschriebenen Endumbiegungssehlingen konnte ich mich nicht überzeugen. Wohl sah ich schlingenförmige Umbiegungen der Nerven-
Czerraak, Schriften.	5