	Beitrage zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zahne.	51

der usseren Contour des Schmelzes unterbrochen werden. Combiniren
wir beide Anschauungen, so werden wir leicht erkennen, dass die
gefrbten Schichten, welche auf dem Durchschnitt sieh als Farbenlinien
darstellen, die Gestalt von hohlen Kegeln haben, deren abgestutzte
Spitzen an die innere Schmelzoberflche stossen, deren Basen aber bis
an die ussere Schmelzoberflche reichen. Die Flachen, welche man
durch die abgestutzten Spitzen sowohl, als durch die Basen legen
kann, entsprechen natrlich nicht immer genau den Querschnittsebenen
der Zahnkrone; denn sonst durften auf Querschliffen the in sieh selbst
zurcklaufenden Streifen nicht excentrisch liegen und nicht, wie so
hufig geschieht, durch die ussere Contour des Schmelzes unterbrochen
werden.
	Was die Ursache dieses Verhaltens des Schmelzes gegen das
Licht sei, lsst sieh in den meisten Fllen vorlufig nicht angeben. Die
letzten Ursachen bestimmter Frbungen sind ja berhaupt noch nicht
genau ermittelt. Nur in einigen wenigen Fallen glaube ich mih ber-
zeugt zu haben, dass die beschriebenen Streifen nicht immer von einer
eigenthmlichen physikalischen oder chemischen Beschaffenheit des
Schmelzes herrhren, sondern dass sie manchmal auch durch sehr
zahlreiche, dnne Schmelzcanlchen, welche in einer dichten Reihe
angeordnet sind, bedingt werden. -


B. Von der Zahnsubstanz.

Die Histogenese der Zahnsubstanz (Substantia dentalis sen tubulosa)
ist leider nods sehr wenig gekannt und kaum in ihren Grundlinien
skizzirt.
	Wie sich die Gewebtheile der Pulpa zu einer festen, structurlosen,
von mannigfach verstelten Rhrchen durchzogenen Substanz umwan-
deln; auf welche Weise namentlich die Zahucanlchen sich heraus-
bilden; was mit den in allen Theilen der Pulpa ausgebreiteten Gefssen
whrend der mit der fortschreitenden Bildung der Zahnsubstanz parallel
gehenden Verkleinerung der Pulpa geschieht u. s. w.; dies sind lauter
Fragen, welche noch nicht als ausgemacht und gengend beantwortet
angesehen werden knnen. So sehr ich gewnscht htte, zur Aus-
fllung dieser Lcke Etwas beizutragen, so musste ich doch aus Mangel
an hinreichendem Material auf den Versuch einer vollstndigen Dar-
stellung der Entwicklungsweise der Zahnsubstanz verzichten und mich
vorlufig nur damit begngen, einige Structurverhltnisse derselben,
welche bisher noch nicht gengend gewrdigt wurden, einer genauem
Untersuchung zu unterwerfen. -
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