44 	Beitrage zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne.


dem Zahnbein zugewendete, und eine peripherische, frei zu Tage
liegende Endfläche und die Seitenflächen, mit welchen sie sich gegen-
seitig berühren, unterscheiden. Die Summe der centralen Endflächeit
der Prismen bildet die innere, die Summe der peripherischen die
äussere Oberfläche des Schmelzüberzugs. Von beiden Flächen 
muss,
wie sich aus dem Vorhergehenden von selbst ergiebt, die erstere kleiner
sein, als die letztere. Erwägt man die im Allgemeinen bekannte
Structur des Schmelzes, so kann man dieses Verhältuiss nur dann be-
greifen, wenn etwa die Zahl der peripherischen Enden der Prismen
grösser ist, als die Zahl jener. Enden, welche bis an die Zahnsubstanz
stossen, oder wenn die peripherischen Enden einen bedeutenderen
Dickedurchmesser und somit auch eine grössere Endfläche hätten, als
die centralen, oder wenn die Prismen gegen die Zahnsubstanz hin
dichter und inniger an einander lägen, als nach aussen ii. 5. w. Von
den angeführten drei Möglichkeiten lässt sich nur die zweite an vielen
Orten mit aller Bestimmtheit als factisch vorhanden nachweisen; es
ergiebt nämlich eine directe Messung der Schmelzprismen wirklich ein
mehr oder weniger auffallendes Dickerwerden derselbe gegen das
peripherisehe Ende hin. Unentschieden muss jedoch bleiben - wie-
wohl es nicht unwahrscheinlich ist -, ob auch noch eine Vermehrung
der Prismen in den peripherischen Lagen des Schmelzes - etwa durch
Theilung derselben, oder durch Einschaltung neuer Prismen, welche,
zwischen die alten eingekeilt, nicht bis an die Zahnsubstanz, wohl
aber bis zur äussern Schmelzoberfläche reichen - stattfindet. Ebenso
ist ein Auseinandertreten der Prismen mit entsprechender Vermehrung
der problematischen Zwischensubstanz nach dem, was ich gesehen
habe, nicht bestimmt nachzuweisen.
	Was die Richtung der Schmelzprismen betrifft, so ist darüber im
Allgemeinen Folgendes zu bemerken. Das peripherische Ende eines
Prisma's muss mit dem centralen Ende entweder in gleicher Höhe, d. 11.
in derselben Querschnittsebene der Krone liegen, oder in ungleicher
Höhe, und dann entweder tiefer oder höher stehen, als jenes; das
peripherische Ende muss ferner mit dem centralen Ende entweder in
derselben Längsschnittsebene liegen, oder nicht. Durch Combination
dieser Fälle erhalten wir a priori alle irgend möglichen Richtungen der
Schmelzprismen. Dass diese gedachten Längs- und Querschnitts-
ebenen, nach welchen wir die verschiedene Richtung der Schmelz-
prismen beurtlieilen, auf einander senkrecht stehen, und dass die
ersteren immer durch die ideale Längsaxe der Zahnkrone gehen
müssen, brauche ich kaum zu erwähnen.
Horizontal und schräg nach aussen und abwärts verlaufende
