	Beiträge zur mikroskopischen Anatomie der menschlichen Zähne.	69

scharf wahrnehmen und deshalb als ein feinfühlendes Organ betrachtet
werden müssen.
	Die Schärfe der Empfindung in einem Organe hängt wesentlich
bios von der Anordnung der Nerven ab (nämlich von der relativen
Menge Frimitivfasern, welche gesonderte Empfindungen vermitteln);
auf den Bau und die physikalische Qualität desselben kommt gar nichts
an, sobald die Nerven nur überhaupt durch äussere Gegenstände in
einen Reizungszustand versetzt werden können, weil sonst die 'sensitive
Fähigkeit dieses Organs gar nicht in die Erscheinung treten kann -
ausgenommen durch subjective Empfindungen.
	Ich schliesse hiermit diese Betrachtungen, welche sich in ausge-
dehntem Maasse über die nenro-physiologischen Verhältnisse der Zähne
anstellen liessen, weil-mich dies weit über die Grenzen einer anatomi-
schen Abhandlung hinausführen wurde; nur das will ich noch bemer-
ken, dass das eben Gesagte zur Erläuterung meiner an einem andern
Orte über diesen Gegenstand ausgesprochenen Ansichten dienen kann.




Erklärung der Abbildungen.



Tafel S und 7.
	Fig. 1 stellt die eigenthtimliche Beschaffenheit der inneren Oberfläche des
Zahnbeins dar. Die Zeichnung ist nach einem Präparate von einem zweiten oder
bleibenden menschlichen Zahne, dessen Wurzel noch nicht völlig geschlossen
war, gefertigt.
Fig. 2. Längsschnitt eines Eckzahns bei schwacher Vergrösserung.
	Fig. 3. Interglobnlarräume in der Zahnsubstanz der Krone, und Schmelz-
räume. Längsschliff. Vergrösserung 400.
Fig. 4. Zahnsnbstanzkugeln im Querschnitt. Aus der Krone eines Mahlzahns.
	Fig. 5. Längsschliff von einem untern Eckzahn eines 15jährigen Knaben.
Eine Stelle im untern Drittel der Wurzel.
	Fig. 6. Interglobularräume an der Grenze zwischen Cement und Zahnsubstanz.
Das Präparat ist ans einem nicht näher bestimmten Thierzahne gemacht.
	Fig. 7. Querschnitt eines Mahlzahnes vom Pferde. Eine Stelle, wo Cement
und Schmelz unmittelbar aneinander stossen.
