﻿Ein Verfahren, den Lufteintritt hei der Paracentèse der Brust zu verhindern,
[»Prager Vierteljahr sehr.« 485-1, Bd. XXXI. S. 27, — und 1852, Bd. XXXV. S. 93.]
1.
Da die Operation der Paracentèse der Brust, wenn auch nicht gerade häufig, doch dann und wann ausgeführt und für indicirt gehalten wird ; so muss es im Interesse der Praktiker, welche auf die bestmögliche Weise operiren wollen, liegen, jeden Vorschlag zur Verbesserung des Verfahrens, wenn er Berücksichtigung verdient, zu erproben und in praxi zu verwerthen. Dieses Interesse nehme ich für die nachfolgenden Zeilen in Anspruch und unterwerfe deren Inhalt dem Urtheile der Fachmänner.
Die Paracentèse der Brust, welche bekanntlich entweder mit dem Messer oder, wie dies jetzt wohl gewöhnlich geschieht, mit dem Troicart vollzogen wird, ist zwar an sich eine der einfachsten Operationen, aber nichts desto weniger durch die Dignität des Körpertheiles, an dem operirt wird und durch mehrere Umstände von Gewicht. — So ist die Nähe so ansehnlicher Blutgefässe und unmittelbarer Abkömmlinge der Aorta, wie der Artt. intercostales immerhin bedenklich und liegt eine Verwundung der Lunge selbst aus mehr als einem Grunde im Bereiche der Möglichkeit. Ueberdies muss man bei der Paracentèse stets gewärtigen, dass die atmosphärische Luft in die geöffnete Pleurahöhle eindringt, wenn nicht besondere Vorkehrungen getroffen werden. Ob der von Vielen sehr gefürchtete Lufteintritt in der That so gefährlich, ob die Verhinderung desselben auf der anderen Seite so wesentlich für den Erfolg der Operation sei, kann ich nicht entscheiden : so viel steht aber fest, dass es unter allen Umständen natürlicher und besser erscheint, wenn die Luft abgehalten wird. Es sind demnach