﻿Ein Verfahren, den Lufteintritt bei d. Paracentèse d. Brust zu verhindern. 73
— nicht undenkbar. Man könnte sich dagegen durch das Andrücken der Wundlippen gegen die Troicartrühre sicherstellen.
Was den anderen Weg. nämlich den durch die Röhre, betrifft, so war man auf verschiedene Weise bemüht, denselben der Luft zu verlegen; doch scheint keine der Vorrichtungen oder Vorkehrungen in allen Beziehungen ganz zu entsprechen. Ich lasse die Beschreibung der verschiedenen Methoden, welche mir bekannt geworden sind, folgen.
1.	Man setzt den Kranken in ein Bad und verrichtet die ganze Operation unter Wasser. Es ist begreiflich und gewiss, dass unter diesen Umständen die Luft unmöglich in die Brusthöhle eindringen kann ; allein ebenso begreiflich und gewiss ist es, dass nun statt der Luft das umgebende Wasser eindringen wird. Incidit in Scyllam, qui vult vitare Charybdim !
2.	Nachdem der Troicart eingestochen und sein Stachel entfernt ist, wird eine dünnwandige, durch Zusammendrücken sorgfältig luftleer gemachte Blase, welche an ihrer Mündung einen metallenen Ansatz mit einer Schraubenmutter trägt, an die Abflussöffnung der Troicartrühre angeschraubt. Das ausfiiessende Exsudat sammelt sich in der Blase an und dehnt sie aus. Statt der Luft wird somit, wenn die Bedingungen dazu vorhanden sind, eine entsprechende Menge des schon ausgeflossenen und in der zusammendrückbaren Blase enthaltenen Exsudates in die Brusthöhle regurgitiren. — Diese Methode erscheint sehr plausibel und gehört in der That zu den besseren. Einige Schwierigkeiten sind aber dennoch dabei. Zunächst lässt sich die Grösse der Blase nicht mit Sicherheit im Vorhinein angeben. Ist die Blase zu klein, so kann nicht alles Exsudat auf einmal abfliessen ; man wäre genöthigt die Blase abzuschrauben, zu entleeren und neuerdings anzuschrauben, in der Zwischenzeit aber die Röhre mit einem Hahn abzusperren. Ist die Blase zu gross, so treten andere Unbequemlichkeiten oder Nachtheile ein, auf welche ich später zurückkomme. Uebrigens lässt sich die Luft nicht ganz leicht aus der Blase vollständig herausdrücken und beim Befestigen an den Troicart hintanhalten. Auch ist es schwer zu beurtheilen, wann kein Exsudat mehr abläuft und die Zeit gekommen ist, die Operation zu beendigen. Freilich kann man entgegnen, dass es auf ein Minimum von Luft, welches vielleicht eindringt und auf einige Tropfen Exsudat mehr, welche allenfalls Zurückbleiben, wenn die Operation zu früh abgebrochen wurde, wohl nicht ankomme. Zugegeben ! Aber warum soll man, wenn es auf die einfachste Art möglich hst, nicht auch diese Unvollkommenheiten im Verfahren beseitigen ?