﻿76 Ein Verfahren, den Lufteintritt hei d. Paracentèse d. Brust zu verhindern.
Charakteristik die oben erörterten Bedingungen des Lufteintritts zusammen , nämlich die Vermehrung des Raumes in der Brusthöhle und die Notliwendigkeit der Ausfüllung dieses Plus, so ergiebt sich Folgendes.
Das feste Ventil tliut der Lunge Gewalt an. das flüssige nicht. Das feste Ventil accommodirt sich nicht dem Grade der Ausdehnbarkeit der Lunge, das flüssige vollkommen. Mit dem festen Ventil kann die Entleerung der Brusthöhle von Exsudat leicht über das geforderte Mittel hinausgetrieben werden, mit dem flüssigen niemals. Der Lunge soll aber keine Gewalt angethan werden, die Entleerung des Pleurasackes soll blos so weit gehen als es die Ausdehnbarkeit der Lunge gestattet, weil sonst ein Spannungszustand eintritt, der nur geeignet ist, neue Exsudatmassen zu setzen, und das Blut, ähnlich wie durch einen Schröpfkopf gezwungen wird, sich in den Gelassen der Pleura anzuhäufen und anzustauen. — Nimmt man Alles zusammen und erwägt es im Einzelnen, so scheint das Votum gerechtfertigt, dass das flüssige \ entil für die \ erschliessung der Troicartröhre bei der Paracentèse, dem festen Ventil vorzuziehen sei. Die beiden bisher angegebenen Methoden, bei welchen der Verschluss durch eine Flüssigkeitssäule bewerkstelligt wird, entsprechen aber dem Zwecke nicht vollständig. Die unter 1 beschriebene ist geradezu verwerflich : gegen die andern lässt sich nebst dem Angeführten noch das bemerken, dass in dem Falle als die Blase noch nicht völlig mit Flüssigkeit gefüllt oder dieselbe überhaupt relativ zu gross ist, leicht dasselbe eintreten kann, was Lei der Vorrichtung mit dem Goldschlägerhäutchen herbeigeführt wird, nämlich ein unnachgiebiger Verschluss durch Zusammendrückung des unaugefüllten Theiles der Blase. Die Vortheile des flüssigen Ventils würden somit unter diesen Umständen wegfallen. Es ist die Aufgabe somit noch nicht gelöst, einen Troicart mit flüssigem Ventil anzugeben, welcher nicht nur alle durch diese Art des Verschlussmittels gebotenen A ortheile besitzt, sondern dessen Wirkung auch sicher und unfehlbar, dessen Anwendung leicht und ohne Umstände, und dessen Einrichtung einfach und wohlfeil ist.
Das Instrument, welches ich aus diesen Gesichtspunkten in Vorschlag bringe, besteht aus einem gewöhnlichen Troicart und einer nicht allzu dünnen, elastischen Röhre von beiläufig 6 bis 8 Zoll Länge. Die elastische Röhre hat an einem Ende einen kleinen Metallansatz, welcher luftdicht in der Abflussöflnung des Troicarts befestigt werden kann, das andere Ende mündet frei. Aus welchem Stoffe die Röhre gemacht ist, ist ganz einerlei, wenn sie nur durch die Beschaffenheit ihrer inneren Oberfläche dem Hindurchfliessen von Flüssigkeiten kein Hinderniss in den A\ eg legt und biegsam und elastisch genug ist, damit ihr Lumen