﻿Ein Verfahren, den Lufteintritt bei d. Paracentèse d. Brust zu verhindern. 77
immer wegsam bleibe. — Die Gebrauchsanweisung dieser einfachen Vorrichtung ist Folgende : Nachdem der Troicart an der passenden Stelle eingestochen und der Stachel entfernt ist, wird die elastische Röhre durch ihren Ansatz an der Abflussöffnung luftdicht befestigt. Da, wie sich aus den früheren Betrachtungen ergeben hat, das Exsudat anfangs im continuirlichen Strahle hervorspringt, so hat man Zeit genug die elastische Röhre anzustecken, ohne schon den Eintritt von Luft befürchten zu müssen. Während die Röhre im Troicart befestigt wird, hält man dieselbe gerade gestreckt und etwas nach aufwärts geneigt, damit das ausströmende Exsudat alle darin enthaltene Luft leicht aus-treiben kann. Erscheint das Exsudat an der freien Mündung und beginnt es daselbst abzufliessen, so biegt man die elastische Röhre auf den Boden des Gefässes herab, welches zur Aufnahme des entleerten Exsudats bestimmt ist, und sorgt dafür, dass sie in dieser Lage erhalten werde und dass die Abflussöffnung durch die sich ansammelnde Flüssigkeit stets bedeckt bleibe. Das Niveau der Flüssigkeit in dem Gefässe muss wo möglich tiefer stehen als die paracentesirte Brust, was man durch eine nach dieser Seite geneigte Stellung des Kranken sehr gut erreichen kann. — Bemerkt man, dass die Flüssigkeit in dem unter-gehaltenen Gefässe nicht mehr höher steigt, so ist dies der Beweis, dass nichts mehr ausfliesst und daher so viel entleert worden ist, als nach Maassgabe der Ausdehnbarkeit der Lunge entleert werden konnte und sollte. Die Operation ist beendet und man hat nur noch den Troicart sammt seiner Röhre zu entfernen und einen passenden Verband anzulegen.
Auf welche Weise durch diese Vorrichtung die atmosphärische Luft abgehalten wird, ist ganz einleuchtend. Es müsste nämlich — ehe die Luft eindringen könnte — die ganze schon entleerte Exsudatmasse in der Brusthöhle wieder zurückgefüllt werden, weil sie der Luft den Weg verlegt und sich die Abflussöffnung der elastischen Röhre am Grunde des Gefässes und ganz tief unter dem Niveau der Flüssigkeit be-flndet. Dass aber die ganze Exsudatmasse zurückgestauet würde, ist, wie sich von selbst versteht, unmöglich — daher auch der Eintritt der atmosphärischen Luft in den paracentesirten Raum. Was das Aus-fliessen des Exsudats betrifft, so ist dies durch diese Vorrichtung durchaus nicht erschwert, sondern eher noch erleichtert, weil der Troicart mit seiner elastischen Röhre heberförmig gebogen ist und das auffangende Gelass tiefer stellet als die Brust. Diese Vorrichtung wirkt wesentlich wie ein Heber — obsclion unter besonderen Verhältnissen, denen allen Rechnung getragen werden muss.
In wie weit es durch das beschriebene Instrument gelungen ist, die