﻿Ein Verfahren, den Lufteintritt bei d. Paracentèse d. Brust zu verhindern. 83
Umständen bleibt aber dennocli die Heberkraft des Instrumentes ein stetswirksamesMoment, — selbst dann, wenn sie völlig1 überwunden wird, indem jede der Componenten ihren bestimmten maassgebenden Antheil an der Resultirenden hat. Je grösser der verticale Abstand zwischen dem Niveau des entleerten, und des im Thorax eingeschlossenen Exsudates ist, desto grösser ist auch die Druckhöhe der in der elastischen Röhre eingeschlossenen Flüssigkeitssäule und ceteris paribus die Heberkraft des Instrumentes. Wird das zum Auffangen des Abgeflossenen bestimmte Gefäss gehoben, so dass sich der verticale Abstand desselben vom Thorax vermindert, so wird die Druckhöhe und das hydrodynamische Moment gleichfalls geringer. Würde man fortfahren das auffangende Gefäss in der angegebenen Weise zu erheben, so würde man zunächst an eine Linie kommen, wo die Druckhöhe = 0 wird die Vorrichtung würde unter diesen Umständen das Abfliessen ebenso wenig begünstigen wie ein Heber, dessen Abflussöffnung nicht tiefer stände als das Niveau der zu entleerenden Flüssigkeit!, endlich aber, nach Ueberschreitung dieser Linie die ursprüngliche Wirkungsweise des Instrumentes umkehr en, indem das Niveau des bereits'abgeflossenen Exsudates höher zu stehen kommt als der paracentesirte Thorax. Unter diesen Verhältnissen begünstigt das Instrument das Zuriickfliessen des bereits Entleerten, und kann — falls dies überhaupt indicirt ist — dazu benützt werden, beliebige Flüssigkeiten, »welche man zu diesem Zwecke empfohlen«, ohne Gefahr des Lufteintrittes und ohne gewaltsame Injection in die geöffnete Pleurahöhle einzufüllen, und dann wieder sicher und gefahrlos zu entleeren. Man ersieht, dass Higginson’s seitlich angebrachte Kautschukflasche vgl. Anm. S. 80] hiermit ersetzt werden kann, indem man es in der Macht hat den hydrostatischen Druck beliebig zu vergrössern.
Das eben Gesagte wird, wie ich glaube, vollkommen hinreichen, die Wirkungsweise des Hebertroicarts verständlich zu machen, und die Brauchbarkeit elastischer Abfluss-Röhren in das gehörige Licht zu stellen.
Alles zusammengenommen dürfte sich das angegebene Verfahren beim Bruststich durch seine Einfachheit und die anderweitigen Vortheile, welche es darbietet, in vorkommenden Fällen vor den übrigen Methoden, auch vor der von Higginson angegebenen, empfehlen 1 .
1 In dem 1. Hefte der Illustrirten med. Zeitschrift. München 1852 hat Hr. Dr. Wintrich in Erlangen »einige Worte Uber die Paracentèse der Brust« und die
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